Bauteilanschlüsse in der Fassade sorgfältig planen und ausführen

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) hat das neue Merkblatt „Ausbildung von Details mit Profilen und Fugendichtungsbändern bei Außenputz und WDVS“ veröffentlicht.

Erstellt wurde die 36-seitige Broschüre durch die Projektgruppe Profile & Fugendichtungsbänder im Arbeitskreis Fassadendämmsysteme des VDPM. Das Merkblatt wird mitgetragen durch den Bundesverband Ausbau und Fassade im ZDB, den Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz und die Gütegemeinschaft Wärmedämmung von Fassaden e. V.

Sowohl bei Putzfassaden als auch bei wärmegedämmten Gebäuden gibt es Bauteilanschlüsse, die in Abhängigkeit von deren Bewegungen, Bewitterung und Optik sowie eventuell weiteren Anforderungen (wie z. B. Feuchteschutz, Brandschutz) sorgfältig zu planen und auszuführen sind. Fehler können hier schwerwiegende Konsequenzen haben und die dauerhafte Funktionssicherheit der Konstruktion negativ beeinflussen. Das Merkblatt wendet sich deshalb an Planer und Architekten ebenso wie an das ausführende Fachhandwerk mit dem Ziel, durch umfassende Detailkenntnisse sichere Bauteilanschlüsse herzustellen.

Im ersten Teil des Merkblattes beschreiben die Autoren die Anforderungen an Profile, Anputzdichtleisten und Fugendichtungsbänder. Es folgen auf mehr als 20 Seiten die ausführliche Beschreibung der Auswahlkriterien und konkrete Planungshinweise. Dabei werden alle relevanten Einsatzbereiche berücksichtigt, darunter Sockel, Fenster & Türen, Rollläden, Fensterbänke und Dachanschlüsse. Beispielhafte Darstellungen einzelner Anschlussausbildungen illustrieren die entsprechenden Konstruktionen anschaulich und dokumentieren jene Details, auf die es ankommt. Der Planung von Fugen und Durchdringungen sind jeweils eigene Kapitel im Merkblatt gewidmet. Im folgenden Praxisteil geben die Autoren Hinweise zum fachgerechten Einbau von Anputzdichtleisten und imprägnierten Fugendichtungsbändern. Allgemeine Erläuterungen zur Wartung und ein Literaturverzeichnis inklusive Verweise zu den relevanten Normen und Richtlinien runden die Publikation ab.

Das neue Merkblatt „Ausbildung von Details mit Profilen und Fugendichtungsbändern bei Außenputz und WDVS“ steht ab sofort unter www.vdpm.info zum kostenlosen Download bereit und kann als Printausgabe unter info@vdpm.info bestellt werden.

Direktlink:

https://www.vdpm.info/services/downloads/broschueren-und-merkblaetter/#daemmsysteme

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Über den VDPM

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) repräsentiert die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen und deren Zubehör, Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich. Im Sinne seiner Mitgliedsunternehmen engagiert sich der VDPM für eine effiziente Interessenvertretung gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, sowie den Behörden und Institutionen auf deutscher und europäischer Ebene. Die Fachgremien des VDPM erarbeiten und bewerten dabei Grundlagen und Vorschläge zu Technik- und Umweltschutzthemen sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, beteiligen sich an Forschungsvorhaben und leisten erfolgreiche Presse- und Normungsarbeit. Für Planer, Architekten und Bauherren stellt der Verband eine Vielzahl herstellerneutraler Informationen zur Verfügung und ist kompetenter Ansprechpartner.

WDVS, Putz und Mörtel: Geht uns das Material aus?

Hiobsbotschaften allerorten: Die Hersteller wichtiger Rohstoffe haben Lieferschwierigkeiten angekündigt. Das betrifft Rohstoffe für die Herstellung von Putzen und Mörtel, aber auch für den Bereich der Dämmstoffe. Nach einer Mitteilung des europäischen Verbandes CEPE hat die aktuelle Situation ihren Ursprung insbesondere aus der unerwartet schnellen V-förmigen Erholung in China, die die Nachfrage nach wichtigen Rohstoffen anheizt.

„Wir sind keine Experten, die den weltweiten Rohstoffmarkt analysieren können, aber wir sehen die aktuellen Auswirkungen in unserer Branche und natürlich für das Handwerk“, sagt VDPM Hauptgeschäftsführer Dr. Hans-Joachim Riechers. „Hersteller von WDVS, Putzen und Mörtel berichten seit geraumer Zeit nicht nur über Lieferschwierigkeiten bei wichtigen Rohstoffen, sondern auch über die kräftigen Preissteigerungen, die damit verbunden sind.“

Was bedeutet das für die nahe Zukunft? Nach Einschätzung des VDPM wird sich die Situation nicht so schnell entspannen. Die Lieferschwierigkeiten können bei einzelnen Produkten aus dem Bereich Putz und Mörtel zu Lieferengpässen und Verzögerungen führen. Betroffen sind aber auch Dämmstoffe. Vor diesem Hintergrund rät der VDPM den verarbeitenden Fachunternehmen dazu, sich bei Ausschreibungen und Angeboten intensiv mit den jeweils aktuellen Entwicklungen der Situation am Markt auseinanderzusetzen und sich hierüber laufend bei ihren Lieferanten zu informieren.

Die Abhängigkeit von internationalen Rohstoffmärkten zeige aber auch, wie wichtig eine Grundversorgung aus Europa sei. „Wenn ganze Branchen aufgrund extremer Umweltstandards in Europa nicht mehr produzieren können, geraten wir vollständig in die Abhängigkeit“, so Dr. Riechers. Dieser Aspekt müsse bei aller Euphorie über den EU Green Deal wieder mehr in den Fokus genommen werden.

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Merkblatt „Calciumsulfat-Fließestriche – Hinweise für die Planung“ überarbeitet

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) und die Industriegruppe Estrichstoffe im Bundesverband Gips (IGE) haben eine aktualisierte Fassung des Merkblatts „Calciumsulfat-Fließestriche – Hinweise für die Planung“ veröffentlicht.

Es ersetzt die Ausgabe von Oktober 2016 und enthält verschiedene redaktionelle Änderungen, die unter anderem mit der im Februar 2021 erfolgten Neuausgabe der DIN 18560-1:2021-02 „Estriche im Bauwesen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen, Prüfung und Ausführung“ zusammenhingen.

Die Grundstruktur des Merkblatts wurde beibehalten. Die beiden Einstiegskapitel befassen sich kurz mit der Herstellung von Estrichen, ihrer Funktion und den Vorteilen von Fließestrichen generell. Es folgen planerische Aspekte und Details zum Einbau. Im Kapitel Trocknung und Belegreife empfehlen die Autoren gemäß der Neuausgabe DIN 18560-1 einen Feuchtegehalt von ≤ 0,5 CM-% für beheizte und unbeheizte Estriche zum Erreichen der Belegreife.

Ausführlich beschreibt das Merkblatt anschließend die verschiedenen Maßnahmen vor der Belagsverlegung – von der Oberflächenbeurteilung des Estrichs bis zum Einsatz von Grundierungen und Spachtelmassen. Den Abschluss der Broschüre bildet das Kapitel über Umwelteigenschaften und Nachhaltigkeit.

Das neue Merkblatt „Calciumsulfat-Fließestriche – Hinweise für die Planung” steht ab sofort unter www.vdpm.info und www.pro-fliessestrich.de zum kostenlosen Download bereit und kann als Printausgabe unter info@vdpm.info bestellt werden.

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WDVS Einsatz im Geschosswohnungsbau Foto VDPM

Dämmplatten für WDVS sind Systembestandteil

Systemhalter von Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) dokumentieren in der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung bzw. allgemeinen Bauartgenehmigung, welche Systemkomponenten in welchen Konfigurationen geprüft und zur Verwendung freigegeben sind. Abweichungen von dieser geprüften Konstellation durch Lieferung und Einsatz systemfremder Komponenten sind unzulässig.

Aus aktuellem Anlass einer Baustellen-Lieferung von Dämmplatten, die nicht als Systembestandteil von WDVS geprüft und deklariert waren, hat der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) über ein Mitgliedsunternehmen das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) um eine Stellungnahme zu diesem Sachverhalt gebeten. Darin heißt es unter anderem:

„Der Systemhalter kann die Komponenten selbst liefern oder er kann sie liefern lassen. In beiden Fällen sind die Bestimmungen der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung/allgemeinen Bauartgenehmigung (…) einzuhalten. Die Lieferung auf die Baustelle kann über den Zulassungsinhaber oder den Komponenten-Hersteller erfolgen. Wichtig ist eine zulassungskonforme Kennzeichnung des Bauproduktes WDVS als Bausatz über den Beipackzettel oder den Lieferschein, damit der Verwender erkennen kann, um welche Komponenten eines WDVS nach allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung/allgemeiner Bauartgenehmigung es sich handelt.“

Ein WDVS ohne allgemeine bauaufsichtliche Zulassung bzw. allgemeine Bauartgenehmigung darf in Deutschland nicht verwendet werden; entsprechende Regelungen bestehen auch für WDVS mit ETA. Die Zertifizierung wird immer für das komplette System erteilt und damit für die dem System vom Systemhalter zugeordneten und als solche gekennzeichneten Komponenten. Werden beispielsweise Dämmplatten, Kleber oder Mörtel aus systemfremden Bezugsquellen eingesetzt, liegt ein Verstoß gegen geltendes Baurecht vor. Außerdem erlischt die Gewährleistung des Systemhalters und geht vollumfänglich auf den Verarbeiter über.

Der VDPM weist deshalb ausdrücklich darauf hin, bei der Verarbeitung von WDVS grundsätzlich im System zu bleiben. Ansonsten droht ein Erlöschen der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung bzw. allgemeine Bauartgenehmigung. Die Leistung kann dann als mangelhaft eingestuft werden, denn der Auftragnehmer hat objektiv eine vom Auftragsinhalt abweichende Herstellung vorgenommen. Dies führt seitens der Auftragnehmer häufig zum Einbehalten der Forderungen bzw. zu Zahlungsverzögerungen, gegebenenfalls sogar zum Rückbau aufgrund des Einbaus eines nicht zugelassenen Systems.

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„Ü 60“ – und immer noch fit beim Estricheinbau

Die Begriffskombination „Estrichlegen und Gesundheit“ ergibt in Internetsuchmaschinen bis zu einer viertel Million Verweise. Dass mit zunehmendem Alter die körperlichen Belastungen der im Estrichlegerhandwerk Beschäftigten spürbarer werden, ist in den vielen Veröffentlichungen unbestritten. Fachbetriebe mit einer Belegschaft überwiegend ab 50 Jahren aufwärts können durch den verstärkten Einsatz von Fließestrichen das Gesundheitsrisiko der Mitarbeitenden und die damit verbundenen Ausfallzeiten senken.

Einer, der so handelt, ist Hubert Gehr (54), Estrichlegermeister aus Beratzhausen im Oberpfälzer Landkreis Regensburg. 1996 hat er den elterlichen Betrieb übernommen und damit auch ein Team, das dem Unternehmen seit langem die Treue hält: „Wir haben einige Mitarbeiter über 50 und zwei, die älter als 60 Jahre sind. Eine Betriebszugehörigkeit von 30 Jahren und mehr ist bei uns die Regel, nicht die Ausnahme.“ Die Hubert Gehr GmbH bietet neben der Estrichverlegung weitere Leistungen im Fußbodenbau und bei Industrieböden an. Im Radius von rund 100 Kilometern reicht die Bandbreite der Bauvorhaben von 10 m² in Einfamilienhäusern bis zu 50.000 m² Fläche in Gewerbe- oder Industriebauten, letztere erstellt das Unternehmen in ganz Bayern.

Siloeinsatz schon 1990

Das Thema Arbeitserleichterung verbunden mit dem Ziel höherer Produktivität ist für Hubert Gehr prinzipiell nicht neu: „Wir haben schon 1990 in eigene Baustellensilos mit LKW-Silosteller, selbst geplanter und gebauter Abfüllstation investiert.“ Das ganze Leistungspaket speziell zum Estricheinbau wurde potenziellen Auftraggebern damals in einem eigenen Flyer mit der Überschrift „Fließestrich – Weil wir darauf stehen!“ präsentiert. Im Innenteil konnten die Kunden die technischen und logistischen Vorteile des Fließestricheinsatzes nachlesen. „Seit rund 30 Jahren verarbeiten wir zu 90% Fließestrich. Klassischer Baustellenestrich mit Mischen und Einbau von Hand mit Alulatte kommt bei uns heute nur noch selten vor“, erklärt Hubert Gehr. Zahlen bestätigen diese Handlungsweise: In einer Untersuchung der Berufsgenossenschaft Bau (BG BAU) bei Estrichlegerarbeiten wurde als Indikator für die körperliche Schwere der Arbeit die Herzschlagfrequenz für Schaufelarbeiten ermittelt. Im Durchschnitt wurden 143 Herzschläge/min. erreicht. Dieser Wert liegt laut BG Bau weit über der Dauerleistungsgrenze von 110 Herzschlägen/min.

Rücken, Knie, Schulter, Hüfte sind betroffen

Die BG Bau hat typische Krankheitsbilder im „Betriebsärztlichen Gesundheitsbericht für Estrichleger“ aufgelistet und mit der Baubranche insgesamt sowie mit Tätigkeiten am Schreibtisch verglichen (Daten aus 2009, neueres Material nicht verfügbar):

 

Gerade in den Anfangsjahren seiner beruflichen Laufbahn war Hubert Gehr häufig mit den einschlägigen Krankheitsbildern in der Belegschaft seines Lehrbetriebes und danach auch im eigenen Unternehmen konfrontiert. Rücken- und Knieprobleme, Beeinträchtigungen an Schulter und Hüfte sowie nachfolgend Ausfallzeiten von sechs Monaten gab es häufig. Estrichlegen ist auch unter heutigen Maßstäben anstrengend, jedoch längst nicht im selben Ausmaß gesundheitsbeeinträchtigend wie früher. Hubert Gehr hat sich nach und nach immer mehr auf den Einbau von Calciumsulfat-Fließestrich konzentriert, verarbeitet aber auch je nach Bauvorhaben Zementfließestrich.

Fließestrich-Einbau weniger anstrengend

Die Vorteile unter Gesundheitsaspekten hat der erfahrene Unternehmer schnell aufgezählt: „Das Mischen auf der Baustelle und stundenlanges Stehen in Hitze, Kälte und Nässe, das Verteilen des Materials von Hand in den Räumen, das Verdichten und Abziehen, manuelles Verreiben und Glätten – das alles ist nicht mehr zeitgemäß. Mit Calciumsulfat-Fließestrich geht Estricheinbau nicht nur gesundheitsschonender, sondern auch schneller. Das Material wird über Silo, Fahrmischer oder Mixmobile angeliefert. Das Mischen übernimmt beim Silo eine Misch- und Förderpumpe, sie bringt das Material lautlos zum Einbauort und sorgt für eine problemlose Verteilung des Estrichs.

Hubert Gehr verweist auf die ergonomischen Vorteile durch die stehende Arbeitshaltung beim Fließestricheinbau. Kniebelastungen, welche zu der häufig auftretenden Gonarthrose führen, werden minimiert. „Bei der Verarbeitung von (Calciumsulfat-)Fließestrich wird der ganze Körper geschont, das ist mit dem Einbau des konventionellen Zementestrichs in keinster Weise vergleichbar.“

Tipps zur Vorbeugung von der BG Bau

Das Thema gewinnt vor allem in Estrichfachbetrieben an Bedeutung, deren Belegschaft überwiegend älter als 50 Jahre ist. Solche erfahrenen Fachkräfte sind oft unverzichtbar, Nachwuchsmitarbeiter mit hoher körperlicher Belastungsfähigkeit dagegen nicht leicht zu finden. Deshalb ist es gerade in diesen Betrieben sinnvoll, den Gesundheitsaspekt für das eigene Team stets im Fokus zu behalten und entsprechend vorbeugend zu handeln.

Wie das gehen kann, zeigt sehr anschaulich die Broschüre der Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) mit dem Titel „Estrichleger – So bleiben Sie gesund“ (www.bgbau.de). Die BG Bau sieht vor allem drei Belastungsschwerpunkte:

  • hoher menschlicher Energieaufwand, zum Beispiel beim Beschicken des Mischers und beim Einbau des Estrichmörtels
  • lang andauernde Belastung des Rückens und der Kniegelenke durch Arbeiten im Bücken, Hocken und Knien
  • hoher Kraftaufwand zum Beispiel beim Abziehen und Glätten, der zu hohen Schulter-Arm-Belastungen führt.

Zu den Empfehlungen der BG Bau zählen in den folgenden Kapiteln der Broschüre unter anderem der Einsatz fließfähiger Materialien auf den Rohböden, die Verwendung von Siloware und Fahrmischer sowie Tellerglätter und Bodenschleifmaschinen für die Oberflächenbearbeitung. Auch für das Einbringen von (CAF-)Fließestrichen gibt die BG Bau Empfehlungen für den Gesundheitsschutz – jeweils abhängig vom Material und der Maschinentechnik:

  • Pumpenschlauch mit großem Durchmesser
  • Gießschlauch mit geringem Durchmesser
  • Schneckenpumpen statt Kolbenpumpen
  • ergonomisch geformte und größenverstellbare Schwabbelstangen.

Mehr Bewusstsein für Materialien und Baustellenabläufe

Was die Situation für das Estrichlegerhandwerk offenbar zusätzlich erschwert ist der

(Zeit-)Druck auf den Baustellen. Hubert Gehr: „Es wird eine Arbeitsweise wie ein Schweizer Uhrwerk verlangt. Dazu immer mehr und immer schnellere Leistung bezogen auf die Flächen. Als Fachhandwerk müssen wir aufpassen, dass diese Anforderungen nicht auf Kosten von Präzision und Qualität des Ergebnisses gehen. Das kann letztlich ja auch nicht Ziel der Auftraggeber sein.“

Calciumsulfat-Fließestriche haben den Oberpfälzer Meister in diesem Zusammenhang auch durch die technische Leistungsfähigkeit überzeugt: „Wir haben bei diesem Material außer der gesenkten körperlichen Belastung der Mitarbeitenden auch weniger Unebenheiten, Schüsselungen oder Rissbildungen.“ Es brauche dafür allerdings ebenfalls das nötige Fachwissen und Maßnahmen zur Weiterbildung, die man den Beschäftigten ermöglichen müsse, so Hubert Gehr. Und es brauche mehr Bewusstsein für die Baustellenabläufe bei der Planung durch den Architekten bzw. bei der Auftragsvergabe: „Ein Großteil der Planer macht sich über die Ausführung unseres Gewerkes kaum Gedanken. Daher spielen auch die körperlichen Belastungen so gut wie nie eine Rolle – genauso wenig übrigens wie die Vorteile bei der Verarbeitung, die sich mit bestimmten Materialien erzielen lassen.“

 

 

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Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) repräsentiert die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen und deren Zubehör, Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich. Im Sinne seiner Mitgliedsunternehmen engagiert sich der VDPM für eine effiziente Interessenvertretung gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, sowie den Behörden und Institutionen auf deutscher und europäischer Ebene. Die Fachgremien des VDPM erarbeiten und bewerten dabei Grundlagen und Vorschläge zu Technik- und Umweltschutzthemen sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, beteiligen sich an Forschungsvorhaben und leisten erfolgreiche Presse- und Normungsarbeit. Für Planer, Architekten und Bauherren stellt der Verband eine Vielzahl herstellerneutraler Informationen zur Verfügung und ist kompetenter Ansprechpartner.

Rohstoffversorgung mit Gips muss schon jetzt gesichert werden!

„Baubranche schlägt Alarm – Deutschland fehlt Gips!“, „Woher kommt in Zukunft der Gips?“ – so lauteten einige Schlagzeilen der Publikumsmedien in der jüngeren Vergangenheit. Gips ist in zahlreichen Baustoffen, wie Gipsbauplatten oder auch zement-, kalk- und gipsbasierten Putzen, Estrichen und Mörtel, ein wichtiger, nicht zu ersetzender Bestandteil. Stehen Estrichleger, Stuckateure und Trockenbauer demnächst ohne Material da? Wie sicher ist die Rohstoffversorgung tatsächlich und welche Faktoren spielen hier eine Rolle? In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Gipsindustrie (BV Gips) informiert der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) im folgenden Beitrag über den aktuellen Stand und die Perspektiven.

In Deutschland liegt der Gipsbedarf pro Jahr mit steigender Tendenz bei rund 10 Mio. Tonnen. Er wird vollständig aus heimischen Rohstoffquellen gedeckt. Etwa die Hälfte der benötigten Gipsmenge entstammt dem Prozess der Rauchgasentschwefelung von Kohlekraftwerken als sogenannter REA-Gips. Bei der restlichen Menge handelt es sich im Wesentlichen um Naturgips/-anhydrit, der im Tagebau oder untertägigem Abbau gewonnen wird.

Kohleausstiegsgesetz beendet REA-Gips-Produktion in Deutschland bis spätestens 2038

Die entscheidende Veränderung bei der Gips-Rohstoffversorgung resultiert aus dem Mitte 2020 durch die Bundesregierung beschlossenen Kohleausstiegsgesetz. Es sieht den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens 2038 vor. Das bedeutet einen kontinuierlichen Rückgang bei der REA-Gipsproduktion. Dieser Prozess läuft bereits und führt an seinem Ende in spätestens 18 Jahren dazu, dass überhaupt kein REA-Gips mehr zur Verfügung steht. Mehr als die Hälfte des Bedarfs muss also nach und nach aus anderen Quellen gedeckt werden.

Die Konsequenzen des Abschieds vom REA-Gips werden nicht nur durch die Mengenverhältnisse deutlich. REA-Gips hat die im Vergleich zu Naturgips/-anhydrit und zu Recyclinggips höchste Reinheit (Calciumsulfatanteil) und verursacht den geringsten Aufwand sowie entsprechend niedrigere Kosten bei der Gewinnung.

 

Alternative Rohstoffquellen

Gipsrecycling

Ein weiterer wichtiger Pfeiler bei der Versorgung mit Gips ist das Gipsrecycling, für das sich dieser Baustoff hervorragend eignet, weil man ihn fast sortenrein zurückgewinnen und anschließend immer wieder in hochwertigen Kreisläufen recyceln kann. Die anfallenden Gipsabfallmengen können jedoch trotz großer Anstrengungen der Branche selbst bei 100-prozentiger Wiederverwendung nur einen begrenzten Anteil zur Rohstoffversorgung beisteuern. In Deutschland entstehen derzeit pro Jahr nur etwa 640.000 Tonnen gipshaltige Bauabfälle. Die Hälfte davon ist wirtschaftlich und technisch recyclingfähig. Derzeit wird das Recycling allerdings noch von entgegenstehenden rechtlichen Rahmenbedingungen erschwert, die dringend geändert werden müssen.

Technisch erzeugte Calciumsulfate

Neben Naturgips und -anhydrit, dem REA-Gips und dem recycelten Gips gibt es noch die technisch erzeugten Calciumsulfate. Das sind Bindemittel, die als Nebenprodukt bei technischen Prozessen anfallen. Dazu gehört z.B. der synthetische Anhydrit, der als Koppelprodukt bei der Herstellung von Flusssäure anfällt. Aufgrund seiner Reinheit wird er bereits heute vollständig einer hochwertigen Verwendung zugeführt. Zur Gruppe der technisch erzeugten Gipse gehört ebenfalls der sogenannte „Phosphorgips“, der allerdings nicht ohne Weiteres verwendet werden kann. Aber auch diese technischen Gipse reichen bei Weitem nicht aus, den Rückgang der REA-Gipsproduktion zu kompensieren.

Lückenschluss mit Naturgips/-anhydrit

Vor dem Hintergrund der ambitionierten Ziele im Wohnungsbau, der steigenden Notwendigkeit energetischer Modernisierungen sowie des Ausbaus und Erhalts der Infrastruktur wird der Rohstoffbedarf der gipsverarbeitenden Industrien bis 2035 auf mindestens 10,7 Mio. Tonnen pro Jahr ansteigen. Der extremen REA-Gips-Verknappung steht somit ein gleichzeitig wachsender Bedarf an Gipsprodukten gegenüber. Diese Lücke kann zum weit überwiegenden Teil nur durch die erhöhte Gewinnung von Naturgips/-anhydrit geschlossen werden.

 

Diese Tatsache ist den Politikern auf Bundesebene mittlerweile klar, und es werden hier auch Prioritäten gesetzt. In der Fortschreibung der Rohstoffstrategie der Bundesregierung (Januar 2020) heißt es u.a.: „Gipsrecycling wird den zukünftigen Bedarf […] nur in begrenztem Maße decken können. Entsprechend ist die Ausweisung neuer Abbaugebiete für Naturgips erforderlich, um die benötigten Gipsmengen bereitzustellen.“ Die Bundesländer sprachen sich in ihrer Stellungnahme zum Kohleausstiegsgesetz (März 2020) dafür aus, den REA-Gips-Anteil vermehrt durch Abbau von Naturgips in Deutschland oder durch Import zu ersetzen.

Deutschland hat selbst große Gipsvorkommen. Neue potenzielle Abbaugebiete für Naturgips/-anhydrit gibt es insbesondere in Baden-Württemberg, in Nordbayern (Franken) und im Südharz. Die letztgenannte Region (in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt) verfügt über die größte Menge und hochwertiges Abbaumaterial. Die Wirtschaftsministerkonferenz der Bundesländer hat einen einstimmigen Beschluss gefasst (November 2019) zur verlässlichen Sicherstellung der Gipsversorgung nach dem REA-Gips-Ende und gefordert, dazu bereits jetzt entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Dies muss nun auch in der Realität umgesetzt werden, um sich bereits abzeichnenden Engpässen bei der Gips-Rohstoffversorgung vorzubeugen.

Naturgipsabbau und Umweltschutz lassen sich vereinbaren

Naturgips/-anhydrit ist in Deutschland ausreichend vorhanden und technisch wie ökonomisch grundsätzlich gut erschließbar. Beim Abbau von Naturgips/-anhydrit gelten in Deutschland schon jetzt sehr hohe Umweltstandards und Vorgaben. Die Industrie geht bei ihren Aktivitäten oft über dieses Niveau hinaus und setzt konsequent auf hochwertige Rekultivierung und Renaturierung der Abbauflächen. Steinbrüche haben sich aus Sicht des NABU (Naturschutzbund Deutschland) zu immer wertvolleren Ersatzlebensräumen für bedrohte Pflanzen- und Tierarten entwickelt. Sie werden nicht trotz, sondern wegen des laufenden Gewinnungsbetriebs zu neuen Lebensräumen für oftmals seltene Arten. Gips-Rohstoffsicherung und Umweltbelange lassen sich also in Einklang bringen.

Politik muss mehr tun, die Branche macht Druck

Wie geht es weiter? Im Text des Kohleausstiegsgesetzes ist die Gips-Rohstoffsicherung konkret berücksichtigt. Zu festgelegten Zeitpunkten (2022, 2026, 2029 und 2032) wird die Bundesregierung Auswirkungen des Gesetzes auf Rohstoffe, insbesondere Gips, die im Zuge der Kohleverstromung gewonnen werden, untersuchen. Schon das erste Prüfdatum wird die fallende REA-Gips-Kurve abbilden. Hier wird der Druck von Seiten der Industrie – aber auch der Fachunternehmer – auf die Politik wachsen. Vor Ort gilt es, die Kommunikation zu intensivieren, sachlich zu argumentieren und Vorurteile in Landkreisen und Kommunen abzubauen. Letztere können von Produktionsstandorten durch neue Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen profitieren.

Alle Teilnehmer der Wertschöpfungskette – Industrie, Fachhandel und das verarbeitende Handwerk (Estrichleger, Trockenbauer, Stuckateure etc.) – brauchen eine verlässliche Perspektive und sollten sich gemeinsam dafür einsetzen, dass die künftige Rohstoffsicherung auch ohne REA-Gips stabil gewährleistet bleibt. Dabei muss die Politik die notwendige Unterstützung leisten.

 

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Neues Merkblatt „Mikrobiologischer Bewuchs auf Fassaden – Algen und Pilze“

Wenn fünf Fachverbände ihre Kompetenzen bündeln, um eine gemeinsame Publikation zu erstellen, dann können von dem Ergebnis Architekten und Planer, Fachhandel, Handwerk und Auftraggeber in ganzer Breite profitieren. Das wird deutlich beim neuen Merkblatt „Mikrobiologischer Bewuchs auf Fassaden – Algen und Pilze“.

Herausgegeben wird das Merkblatt gemeinsam vom Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel, dem Bundesverband Ausbau und Fassade im ZDB, dem Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz, dem Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz und dem Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie. Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) hat bei der Erarbeitung fachliche Unterstützung geleistet und trägt das Merkblatt inhaltlich mit.

Die 24-seitige Publikation informiert über den oberflächlichen Bewuchs von Mikroorganismen auf gedämmten und ungedämmten Fassaden sowie über vorbeugende Maßnahmen, Pflege und Wartung zur Vermeidung unerwünschten Befalls. Das Merkblatt gilt für Putze und Beschichtungen.

Bereits in der Einleitung verdeutlichen die Autoren zwei Grundsätze, die in der öffentlichen Diskussion mitunter abweichend dargestellt werden:

  • Algen und Pilze sind kein spezifisches Phänomen an Fassaden mit Wärmedämm-Verbundsystemen – sie finden sich auf verschiedensten Materialien und Untergründen.
  • Algen und Pilze sind „lebende Verschmutzungen“, welche die bauphysikalische Funktionalität einer Fassade nicht beeinflussen.

In zwei ausführlichen Kapiteln vermittelt das Merkblatt die Grundlagen zu den Mikroorganismen Pilze, Algen, Flechten sowie Moose und beschreibt die Ursachen für ihr Wachstum. Dabei geht es um bautechnische, klimatische, umwelt- und materialspezifische Einflüsse. Der folgende Abschnitt informiert, wie durch konstruktive Planung und die Materialauswahl Algen- und Pilzbefall vorgebeugt werden kann. Die fachgerechte Wartung und Pflege der Fassade sowie Maßnahmen bei bereits befallenen Objekten sind weitere Schwerpunkte.

Ein eigenes mehrseitiges Kapitel widmet sich der rechtlichen Einordnung des Themas, erläutert die wesentlichen Begriffe, zitiert einschlägige Urteile und gibt Handlungsempfehlungen. Die Autoren stellen klar: „Entgegen anderslautender Aussagen in der Vergangenheit gilt: Algen- und/oder Pilzbefall ist juristisch kein Mangel.“

Abgerundet wird das neue Merkblatt „Mikrobiologischer Bewuchs auf Fassaden – Algen und Pilze“ durch eine ausführliche Quellen- und Literaturliste. Es steht ab sofort zum kostenlosen Download auf www.vdpm.info zur Verfügung und kann als Printexemplar per Mail an info@vdpm.info bestellt werden. Download- und Bezugsmöglichkeiten bieten auch die anderen beteiligten Verbände auf ihren Websites.

 

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Über 100 Teilnehmer bei 1. digitaler VDPM-Mitgliederversammlung

Mit Zuversicht, Umsicht und Tatkraft wollen die Mitglieder des VDPM den aktuellen Herausforderungen begegnen. „Es war unsere erste voll digitale Mitgliederversammlung“, stellt Hauptgeschäftsführer Dr. Hans-Joachim Riechers fest. „Und wenn man dabei überhaupt von einer Atmosphäre sprechen kann, dann war sie unter unseren Mitgliedsunternehmen ausgesprochen positiv.“

Die über 100 Teilnehmer zeigten ihre Verbundenheit mit der Branche und ihrem Verband. Christoph Dorn gab als Vorsitzender einen Überblick über die aktuelle Entwicklung: „Die Situation ist nicht einfach, aber unsere Mitgliedsunternehmen haben sich sehr schnell auf das neue Umfeld eingestellt. In Sachen Gesundheitsschutz und Hygienemaßnahmen wurden große Anstrengungen unternommen, damit der Betrieb weiterlaufen konnte.“ Verantwortungsbewusstsein und besonnenes Handeln aller Beteiligten hätten dazu beigetragen, dass es im Gegensatz zu anderen Ländern in Deutschland zu keiner Zeit Forderungen gegeben habe, Baustellen stillzulegen oder Produktionsstandorte zu schließen. So konnte die Baubranche als starker Wirtschaftsfaktor ihren Teil zur Bewältigung der Krise beitragen. Das laufende Jahr werde voraussichtlich mit einem Plus von etwa 3% abgeschlossen. Für 2021 sei unter den derzeitigen Umständen eine Prognose nicht möglich.

Dreiklang aus erneuerbarer Energie, Wärmedämmung und Anlagentechnik

Die Vielzahl technischer Themen und die zunehmende Vernetzung im politischen Raum standen beim Bericht zur Verbandsarbeit im Mittelpunkt. „Beim Klimaschutz im Gebäudebereich gehören erneuerbare Energie, Wärmedämmung und Anlagentechnik zusammen“, erläuterte Dr. Riechers. „Jetzt müssen wir es schaffen, gemeinsam mit allen Beteiligten Konzepte zu erarbeiten, die von einer breiten Basis aus Wohnungswirtschaft, Politik und Naturschutz mitgetragen werden. „Dann haben wir eine Chance, bei der nächsten Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes einen gemeinsamen Vorschlag zu unterbreiten, der allen Forderungen gerecht wird“, so Dr. Riechers weiter. Zusammen mit dem ifeu-Institut werde dazu gerade an einer umfangreichen Studie gearbeitet. „Wir bewegen uns damit auf Neuland. Aber schon jetzt merken wir, wie groß Resonanz und Interesse bei allen Beteiligten sind.“

Kooperation mit Handwerk und Partnerverbänden

Antje Hannig, VDPM-Geschäftsführerin Technik und Marketing, konnte in ihrem Bericht auf zahlreiche Arbeitsergebnisse verweisen. Ob es um den WDVS-Planungsatlas, die europäische Normung, die umfangreiche Umweltforschung oder die Socialmedia-Kampagne #putzpoesie geht, „der VDPM ist auf zahlreichen Feldern aktiv und arbeitet überall eng mit dem Handwerk und den benachbarten Partnerverbänden zusammen.“ Dabei bedankte sich Antje Hannig besonders bei den Experten aus den Mitgliedsunternehmen, die sich trotz bestehender Einschränkungen so intensiv wie nie in die Arbeit des VDPM eingebracht hätten. „Ohne Sie und Ihre Mitarbeit hätten wir das Pensum nicht bewältigen können“, stellte sie am Ende fest.

Traditionell gibt der Vorsitzende am Ende einer Mitgliederversammlung Ort und Termin der nächsten Mitgliederversammlung bekannt. „Das geht in diesem Jahr nicht“, kommentierte Christoph Dorn, „wir wissen noch nicht, was uns im nächsten Jahr erwartet.“ Auch online war die Hoffnung der Teilnehmer zu spüren, dass es bald wieder die gewohnte Mitgliederversammlung „im großen Rahmen“ und mit vielen persönlichen Begegnungen gibt.

 

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Über den VDPM

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) repräsentiert die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen und deren Zubehör, Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich. Im Sinne seiner Mitgliedsunternehmen engagiert sich der VDPM für eine effiziente Interessenvertretung gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, sowie den Behörden und Institutionen auf deutscher und europäischer Ebene. Die Fachgremien des VDPM erarbeiten und bewerten dabei Grundlagen und Vorschläge zu Technik- und Umweltschutzthemen sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, beteiligen sich an Forschungsvorhaben und leisten erfolgreiche Presse- und Normungsarbeit. Für Planer, Architekten und Bauherren stellt der Verband eine Vielzahl herstellerneutraler Informationen zur Verfügung und ist kompetenter Ansprechpartner.

Kompakte Brancheninfo zum neuen Gebäudeenergiegesetz

Am 1. November 2020 trat das „Gesetz zur Vereinheitlichung des Energiesparrechts für Gebäude und zur Änderung weiterer Gesetze“ (Gebäudeenergiegesetz, GEG) in Kraft. Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) hat in einer Broschüre die für Wärmedämmung relevanten Aspekte und Änderungen zusammengefasst.

Die zwölfseitige Publikation wird vom Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz, dem Bundesverband Ausbau und Fassade sowie der Gütegemeinschaft Wärmedämmung von Fassaden mitgetragen. Kapitel 1 erläutert die Zielsetzung des GEG, den Geltungsbereich und die im Gesetz verankerten Anforderungen an die Wärmedämmung von Neubauten. Ein Exkurs erklärt den Vergleich zwischen dem nach GEG zu bewertenden Gebäude und dem virtuellen Referenzgebäude sowie das zugehörige Nachweisverfahren und technische Fachbegriffe.

Der nächste Textteil fasst die auch im neuen GEG unverändert geltenden Anforderungen an die Wärmedämmung von Bestandsbauten zusammen. Es folgen Abschnitte zur „Innovationsklausel“ und zur „Grauen Energie“, die beide im direkten Zusammenhang mit dem GEG stehen. Die nächsten Seiten beschreiben unter anderem die aktuellen Fördermöglichkeiten von Energieeffizienzmaßnahmen (§ 89 GEG), den Bußgeldkatalog (§ 108 GEG), Hinweise zum Heizungstausch und zur Anlagentechnik.

Der Ausblick auf die Umsetzung des neuen GEG unterstreicht die Bedeutung der Sozialverträglichkeit energetischer Modernisierung und den Zusammenhang zwischen einer gut gedämmten Gebäudehülle und dem dann gewährleisteten sinnvollen Einsatz energieeffizienter Wärmesysteme wie z.B. Wärmepumpen. Den Abschluss der Broschüre bildet eine Übersicht der wichtigsten Termine, Eckdaten und Fristen bis 2026.

Die Broschüre „Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG)“ steht ab sofort unter www.vdpm.info zum kostenlosen Download bereit und kann als Printausgabe unter info@vdpm.info bestellt werden.

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Über den VDPM

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) repräsentiert die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen und deren Zubehör, Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich. Im Sinne seiner Mitgliedsunternehmen engagiert sich der VDPM für eine effiziente Interessenvertretung gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, sowie den Behörden und Institutionen auf deutscher und europäischer Ebene. Die Fachgremien des VDPM erarbeiten und bewerten dabei Grundlagen und Vorschläge zu Technik- und Umweltschutzthemen sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, beteiligen sich an Forschungsvorhaben und leisten erfolgreiche Presse- und Normungsarbeit. Für Planer, Architekten und Bauherren stellt der Verband eine Vielzahl herstellerneutraler Informationen zur Verfügung und ist kompetenter Ansprechpartner.

Estrichproduktion mit leichtem Plus – Marktanteile fast unverändert

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) hat wie jedes Jahr im Herbst zusammen mit der B+L Markdaten GmbH die Jahresstatistik für Estrichprodukte vorgelegt. Die Gesamtmenge stieg 2019 im Vergleich zu 2018 um 0,9% auf 3,38 Millionen m³. Für 2020 wird ein weiteres Plus von 1,4% auf 3,43 Millionen m³ prognostiziert.