VDPM präsentiert aktualisierte Umwelt-Produktdeklarationen

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) hat als einer der ersten Branchenverbände überarbeitete Umwelt-Produktdeklarationen (Environmental Product Declarations, EPD) vorgelegt, die den aktuell gültigen Product Category Rules (PCR) entsprechen.

Die neuen EPD des VDPM betreffen die Bereiche Putz-, Mauer- und Estrichmörtel und haben eine Gültigkeit bis zum 28.11.2024. Die EPD für WDVS haben noch eine Gültigkeit bis zum 06.06.2022; sie werden anschließend aktualisiert.

Komplett neu aufgesetzt und gestaltet wurde in den neuen EPD generell das Punkte- bzw. Bewertungssystem, mit dem überprüft wird, ob eine Produktionsrezeptur in den Bereich der jeweiligen Muster-EPD passt.

In allen EPD wurde der Gültigkeitsbereich überarbeitet und neu formuliert (Kapitel 1). Die Produktbeschreibungen (2.1) und technischen Daten (2.3) sind in den Texten an die aktuell gültige PCR angepasst worden, das gilt auch für die bautechnischen Daten in Kapitel 2.3. Das Kapitel Grundstoffe/Hilfsstoffe (2.5) wurde um die „Angaben zu besorgniserregenden Stoffen“ ergänzt. Im Kapitel 4 wurden die Ökobilanzen für alle Werk-Trockenmörtel-Gruppen aktualisiert und neu berechnet, außerdem die CO2-Einspeicherung für alle drei Produktgruppen in der Ökobilanz überarbeitet. Kapitel 7 (Nachweise) enthält nun Hinweise zur Auslaugung als zusätzliche Szenariobeschreibung nach der Nutzung. Schließlich wurden auch sämtliche Literaturquellen (Kapitel 8) aktualisiert und neu gekennzeichnet.

Eine Umwelt-Produktdeklaration ist die Zusammenstellung aller umweltrelevanten Eigenschaften eines Produktes. In international gültigen Normen, z.B. ISO 14025, ist festgelegt, in welcher Form das zu erfolgen hat. Die Erstellung einer Umwelt-Produktdeklaration ist aufwendig. Auch eine vollständige Ökobilanz gehört dazu. Eine Umwelt-Produktdeklaration kann für ein bestimmtes Produkt oder eine Produktgruppe erarbeitet werden. Grundsätzlich sollten Umwelt-Produktdeklarationen von einer unabhängigen Stelle zertifiziert sein. Nur dann sind sie glaubwürdig und auf Vollständigkeit geprüft. In Deutschland erfolgt die Zertifizierung über das Institut Bauen und Umwelt.

Die Umwelt-Produktdeklaration ist ein „Ausweis“, der alle umweltrelevanten Daten eines Baustoffes enthält. Sie stellt fundierte und vergleichbare Informationen über die Umweltleistung von Produkten bereit und soll den Lebenszyklus eines Produktes vollständig erfassen. Dabei müssen die Umweltbelastungen durch die Herstellung und den Gebrauch des Produktes ebenso beschrieben werden wie mögliche Gesundheitsrisiken.

Die Umwelt-Produktdeklaration geht weiter als die meisten „Umweltzeichen“, weil alle Informationen transparent und nachprüfbar sind. Umweltzeichen beschränken sich häufig auf einzelne Eigenschaften des Baustoffes und die Beurteilungskriterien bleiben für den Endkunden im Unklaren. Wer in Sachen Umwelt- und Gesundheitsschutz auf der sicheren Seite sein will, erhält mit einer Umwelt-Produktdeklaration ein zuverlässiges Informationsinstrument.

Die Umwelt-Produktdeklarationen können hier abgerufen werden:
https://www.vdpm.info/services/downloads/upd/

oder unter:
https://ibu-epd.com/veroeffentlichte-epds/

 


 

Über den VDPM

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) repräsentiert die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen und deren Zubehör, Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich. Im Sinne seiner Mitgliedsunternehmen engagiert sich der VDPM für eine effiziente Interessenvertretung gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, sowie den Behörden und Institutionen auf deutscher und europäischer Ebene. Die Fachgremien des VDPM erarbeiten und bewerten dabei Grundlagen und Vorschläge zu Technik- und Umweltschutzthemen sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, beteiligen sich an Forschungsvorhaben und leisten erfolgreiche Presse- und Normungsarbeit. Für Planer, Architekten und Bauherren stellt der Verband eine Vielzahl herstellerneutraler Informationen zur Verfügung und ist kompetenter Ansprechpartner.

Alles über Calciumsulfat-Fließestriche

Grundlagen, Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten dieser immer häufiger eingesetzten Estrichvariante hat die Initiative “Fließestrich – Auf gutem Grund” jetzt in einem neuen Merkblatt zusammengefasst.

Die zwölfseitige Publikation richtet sich an alle Interessierten, die in kompakter und leicht verständlicher Form die wichtigsten Fakten und Vorteile von Calciumsulfat-Fließestrich nachlesen wollen. Fachkreise können die Inhalte als Argumentationsleitfaden im Planungs- und Beratungsgespräch nutzen. Bauherren und Investoren erfahren Gründe, warum und in welchen Fällen sich die Entscheidung für diese Estrichvariante lohnt und wo die Grenzen der Einsetzbarkeit liegen.

Das Merkblatt klärt die Begrifflichkeiten und erläutert die Herstellung von Calciumsulfat-Fließestrich. Weitere Textabschnitte gehen auf den Einbau und die notwendigen Rahmenbedingungen dafür ein, außerdem werden Vorteile wie geringe Nenndicke, Ebenheit, Formstabilität, schnelle Belegreife, Oberflächenfestigkeit und Eignung für Fußbodenheizungen thematisiert. Informationen zur Ökologie, zu Gesundheitsschutz, Nachhaltigkeit und Recycling runden das neue Merkblatt ab.

Es steht ab sofort unter www.pro-fliessestrich.de zum Download zur Verfügung und kann beim VDPM als Printausgabe unter info@vdpm.info bestellt werden.

 


 

Über den VDPM

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) repräsentiert die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen und deren Zubehör, Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich. Im Sinne seiner Mitgliedsunternehmen engagiert sich der VDPM für eine effiziente Interessenvertretung gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, sowie den Behörden und Institutionen auf deutscher und europäischer Ebene. Die Fachgremien des VDPM erarbeiten und bewerten dabei Grundlagen und Vorschläge zu Technik- und Umweltschutzthemen sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, beteiligen sich an Forschungsvorhaben und leisten erfolgreiche Presse- und Normungsarbeit. Für Planer, Architekten und Bauherren stellt der Verband eine Vielzahl herstellerneutraler Informationen zur Verfügung und ist kompetenter Ansprechpartner.

Ein Jahr #putzpoesie – auch das Handwerk profitiert

Als der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) im November 2018 die Kampagne #putzpoesie gestartet hat, geschah das mit dem Ziel, Planer und Architekten über die Sozialen Medien wieder stärker für das Thema Putz zu begeistern. Positive Resonanz und kontinuierlich steigende Beteiligung bestätigen diese Entscheidung. Das Fachhandwerk profitiert von zusätzlichen Aufträgen und dem Wunsch der Architekten nach hochwertiger Putz-Technik und -Ausführung.

Nach zwölf Monaten zählt die Putzpoesie-Facebook Gemeinschaft bereits über 9.000 Fans. Deshalb hat der Verband die Social-Media-Strategie im Verlauf des Jahres ausgeweitet: „Dass wir mit einem traditionellen Material wie Putz auf Facebook und Pinterest solch hohe Reichweiten erzielen konnten, hat uns dazu veranlasst, das Thema auch auf Instagram zu spielen. Eine gute Entscheidung, wie sich bereits sechs Monate und 1.200 Follower später zeigt“, so Antje Hannig, Geschäftsführerin des VDPM.

Unterschiedliche Strategien für unterschiedliche Kanäle

Anders als im Facebook-Kanal stehen auf dem bei Architekten beliebten Instagram-Profil reine Strukturen auf dem Programm. Rillen-, Schabe- oder Kellenputz in zartem Flieder oder kräftigem Rot: Alltagsaufnahmen, wie sie jedem Stadtspaziergänger täglich begegnen. „Das Ziel ist es, die Menschen zu sensibilisieren, damit sie sich mit den Strukturen in ihrer Umgebung auseinandersetzen und bewusster auf Materialien achten“, so Christian Poprawa, Leiter des Arbeitskreises Marketing & Öffentlichkeitsarbeit und Vorstandsmitglied im VDPM, „zusammen genommen präsentieren wir auf den drei Social-Media-Kanälen nicht nur die zahlreichen Arten hochwertigen Putzeinsatzes, sondern zeigen mit Objektbeispielen zugleich das Leistungsspektrum des qualifizierten Handwerks, das diese anspruchsvollen Techniken beherrscht und Architektenideen fachgerecht umsetzen kann.“

Wachstum auch auf putzpoesie.de

Dass die Strategie aufgeht, zeigt z.B. die Interaktion der Facebook-Gemeinschaft. Im breiten Maßnahmen-Mix mögen die Fans besonders die Rubrik „Poesie auf Putz“. Liken, teilen und kommentieren: #putzpoesie bringt Leute ins Gespräch und sorgt gleichermaßen für fachspezifische Inhalte. Auch die Kampagnen-Basis wächst: auf der Website „putzpoesie.de“ versammeln sich zunehmend sehenswerte Objekte, Strukturen und „Putzpoeten“.

Weitere Informationen unter: www.putzpoesie.de

 

#putzpoesie ist neben Website, Facebook und Pinterest nun auch auf Instagram zu finden. (Foto: putzpoesie.de)

 

Beiträge wie die Sharepic-Reihe „Poesie auf Putz“ kommen bei den Followern besonders gut an. (Foto: putzpoesie.de)


 

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Gelebte Partnerschaft

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) pflegt traditionell enge Beziehungen zum Fachhandwerk. Das wurde deutlich beim kürzlichen Besuch der Berliner Verbandsspitze im neuen Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade in Rutesheim.

Rainer König, Vorsitzender des Fachverbandes der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg (SAF), führte Christoph Dorn, Vorsitzender des VDPM, und VDPM-Hauptgeschäftsführer Dr. Hans-Joachim Riechers durch die neuen Räumlichkeiten.

„Es ist nicht nur das Gebäude, es ist auch die Idee, die dahintersteckt“, zeigte sich Christoph Dorn beeindruckt. „Aus- und Weiterbildung sind die Eckpfeiler für eine zukunftsfähige Handwerkerschaft und machen den Beruf für junge Leute attraktiv“, erläuterte Rainer König seine Motivation. Viel Arbeit haben er und seine Stuckateurkollegen in das Kompetenzzentrum gesteckt. „Nicht nur unsere Auszubildenden haben kräftig mitgearbeitet, auch der gesamte SAF-Vorstand hat auf dem Gerüst gestanden“, erzählte er aus der Bauphase und bedankt sich gleichzeitig für das Engagement der VDPM-Mitglieder, die das Projekt unterstützt haben. Das Haus habe sich vom ersten Moment an mit Leben gefüllt, freute sich auch SAF-Hauptgeschäftsführer Thomas Arnold.

Anschließend wurde über aktuelle gemeinsame Projekte diskutiert. Verwiesen wurde auf zahlreiche Technische Leitlinien und Merkblätter, mit denen Handwerk und Industrie den Stand der Technik fortgeschrieben hätten. Auch mit dem „Branchenforum“ sei eine gemeinsame Veranstaltung von Industrie und Handwerk etabliert worden, die sich zu Recht eines großen Zuspruchs erfreue.

„Es ist die klare Ausrichtung des VDPM, in allen Belangen eng mit dem Handwerk zu­sammenzuarbeiten“, machte Dr. Hans-Joachim Riechers deutlich. Diese Zusammenarbeit wird auch in Zukunft fortgesetzt, waren sich alle Beteiligten einig.

Freuen sich über einen gelungenen Besuch (v.l.): Christoph Dorn (Vorsitzender VDPM), Rainer König (Vorsitzender SAF), Thomas Arnold (Hauptgeschäftsführer SAF) und Dr. Hans-Joachim Riechers (Hauptgeschäftsführer VDPM)
Foto: Stephan Bacher/SAF

 


 

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Von 2800 v.Chr. bis ins digitale Zeitalter

Das FLIESSESTRICHFORUM wurde seinem Ruf als zentraler Treffpunkt der Branche auch 2019 mehr als gerecht. So viele Teilnehmer wie nie zuvor (mehr als 160) waren am 22.Oktober nach Bamberg gekommen. Estrichleger, Planer, Sachverständige und Vertreter der Industrie erlebten ein Zeitreise-Programm mit den Schwerpunkten Recht, Technik, Marketing und Digitalisierung.

Als Veranstalter des FLIESSESTRICHFORUMS fungierten auch in der sechsten Auflage der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM), das Institut für Baustoffprüfung und Fußbodenforschung (IBF) sowie der Bundesverband Estrich und Belag (BEB).

Dr. Markus Pfeuffer, stellvertretender Vorsitzender des VDPM, gab zum Einstieg einen Überblick über die Branchenentwicklung, u.a. mit den aktuellen Marktanteilen der verschiedenen Estriche (s. separaten Text). Die Rückkehr zur Meisterpflicht sei ein wichtiges Signal, könne allein aber das Problem des Nachwuchs- und Fachkräftemangels der Branche nicht lösen, so Dr. Pfeuffer. Vielmehr komme es darauf an, den Beruf des Estrichlegers attraktiver zu machen. Das gehe nur, wenn man sich für moderne Baustoffe öffne und sich mehr und mehr vom konventionellen Baustellenestrich verabschiede.

Die Moderatoren des FLIESSESTRICHFORUMS, Antje Hannig (Geschäftsführerin VDPM) und Bernfried Hansel (Arbeitskreisleiter Calciumsulfatestrich im BEB), übergaben das Wort danach an Han Christian Jung (Rechtsanwälte Putsche & Jung – Schiche, Mertingen). Der erfahrene Baujurist skizzierte das „Bermuda-Dreieck Bauherr – Architekt – Handwerker“ und die Sichtweise der Gerichte bei Auseinandersetzungen, die oft auf fehlerhafter Kommunikation beruhten. Sein Appell: „Der beste Prozess ist der, den man erst gar nicht führen muss. Deshalb: Redet miteinander!“

Im ersten Technikvortrag stellte Achim Fethke, (Sachverständigenbüro für Estrich- und Fußbodenkonstruktionen, Duderstadt) die Vorteile von Fließestrich gegenüber Zementestrich für die Planung und Ausschreibung in den Mittelpunkt. Er untermauerte dies anhand verschiedener Kriterien wie z.B. Verformungs- und Trocknungsverhalten und mit Beispielen aus seiner Praxis als Sachverständiger.

Bis 2800 v. Chr. zurück reichte der Blick von Markus Huschenbeth (Denkmalpflege Mühlhausen Huschenbeth GmbH & Co. KG, Mühlhausen) bei seinem Vortrag über historische Gipsestriche. Mit Definitionen, Herstellungsverfahren, Technologien und Praxiseinsätzen bei Rekonstruktionen alter Gipsestrichflächen gab der Spezialist einen spannenden Überblick seiner Tätigkeit mit diesem vielfältigen Material.

Ingomar Smrcka (ARGE Estrich, Wien) ließ 20 Jahre Planungs- und Ausführungsrichtlinie Fließestriche in Österreich Revue passieren, schilderte Anfänge, Entwicklung und Status dieses im Nachbarland maßgebenden Regelwerkes und wies auf einige Unterschiede zur Praxis in Deutschland hin, etwa bei den Feuchtebeanspruchungsklassen. Auch in Österreich gilt der Grenzwert von 0,5 CM-% für die Belegreife von beheizten und unbeheizten Calciumsulfat-Fließestrichen.

Den Part der zementären Variante des Fließestrichs präsentierten Sandra Dörfel (Betotech Baustofflabor GmbH, Erfurt) und Melanie Unangst (HeidelbergCement AG, Leimen) anhand der Entwicklungsgeschichte von CemFlow, dem Zementfließ­estrich von HeidelbergCement. Nach der Implementierung eines Schwindreduzierers 2017 erfolgte 2018 der Neustart am Markt mit einem erweiterten Leistungsspektrum und Varianten als Schnell- und Designestrich. Attraktive Objektbeispiele unterstrichen das Fazit der Referentinnen: „Zementfließestrich hat Potential!“

Die zentrale Bedeutung funktionierender Baustellenlogistik stand im Mittelpunkt des Vortrags von Günter Fischer (Saint-Gobain Weber GmbH, Merdingen). Optimale Lieferformen und Maschinen für jede Schichtdicke, die wichtigsten organisatorischen und technischen Voraussetzungen der Baustellenlogistik und die konkreten Abläufe beim Fließestricheinbau in sehr großen und anspruchsvollen Objekten verdeutlichten dem Auditorium, auf was es ankommt.

Den Abschluss des FLIESSESTRICHFORUMS 2019 bildeten zwei Themen aus den Bereichen Nachwuchsgewinnung und Digitalisierung. Ellen Barg (GTF Freese Fußbodentechnik, Berlin) präsentierte die erfolgreiche Ausbildungsinitiative „Das ist Bodenhandwerk“. Die Kampagne spricht außer den Jugendlichen vor allem auch die ausbildenden Fachbetriebe an und bietet ein umfangreiches Unterstützungspaket für Werbung, Messen und Onlineaktionen (www.das-ist-bodenhandwerk.de).

In einfache Botschaften und konkrete Tipps verwandelte Michael Christmann (Stuck-Belz, Bonn) das große Thema Digitalisierung im Handwerk. Der Stuckateurmeister hat mit viel Engagement das digitale Zeitalter für sein Unternehmen und seine Mitarbeiter nutzbar gemacht. Von seinen Erfahrungen können andere Handwerksbetriebe profitieren, seine wichtigsten Empfehlungen lauteten:

  • sich zunächst mal einem digitalen Thema widmen, nicht alles auf einmal wollen,
  • eine in jeder Hinsicht aktuelle und attraktive Homepage einrichten,
  • 2-3 Themen pro Woche aus dem eigenen Unternehmen veröffentlichen,
  • eigene Events organisieren und darüber online und in den sozialen Medien
    berichten,
  • Mitarbeiter einbinden,
  • für kontinuierliche Aktion sorgen („Dranbleiben ist entscheidend!“).

 

 

Fotos: VDPM

 


 

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Mit Fließestrich-Vorteilen neue Mitarbeiter gewinnen

„Estrich legen“ gilt in der Öffentlichkeit als harter Job mit hoher körperlicher Belastung. Die Bedeutung dieser verantwortungsvollen Arbeit ist den meisten nicht bewusst. Darin liegt ein Grund für den Mangel an Branchennachwuchs und die Schwierigkeiten der Unternehmen, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen. Mit dem Einsatz von Calciumsulfat-Fließestrich und dessen Vorteilen als Kommunikationsschwerpunkt lassen sich in der Außendarstellung ein Imagegewinn erzielen und die Personalentwicklung verbessern.

Hier herrscht enormer Nachholbedarf. In der jüngsten Untersuchung (März 2019) der B+L Marktdaten GmbH (Bonn) zur Auslastung der Handwerksunternehmen haben durchschnittlich 71,1 % der Betriebe angegeben, dass sie im Jahr 2018 Kundenanfragen aufgrund fehlender Kapazitäten abgelehnt hatten. Estrichunternehmen liegen mit 70,8% an dritthöchster Stelle, übertroffen nur noch vom Sanitär-/Heizungsgewerk (71,1%) und von Dachdeckern (80%). Signifikant ist auch die Steigerung der abgelehnten Aufträge bei allen Gewerken im Vergleich zu 2017 (s. Tabelle; Quelle: B+L)

 

Estrichleger tragen Verantwortung

Fußböden sind komplexe Konstruktionen und hohen Belastungen ausgesetzt. Falsche Materialwahl und bereits kleine Ausführungsfehler können schwerwiegende Konsequenzen haben und bei Bauschäden hohe Kosten verursachen. Estriche bilden das zentrale Bauteil moderner Fußbodenaufbauten – entsprechend hoch ist die Verantwortung und Bedeutung von Estrichlegern für ihr Gewerk und für die Funktionalität der gesamten Konstruktion. Schließlich bilden Estriche die Basis für die nachfolgenden Aufbauten und die vorgesehenen Nutzlasten. Optischer Nachteil: Estrichflächen sieht man in der Regel nur bis zum nächsten Arbeitsschritt, entsprechend sind Fliesen- oder Bodenleger diesbezüglich im Vorteil, sie schaffen mit dem Oberbelag etwas dauerhaft Sichtbares. Dieses Faktum lässt sich nicht ändern. Beeinflussbar im Sinne eines angemesseneren Images von Estrichlegern sind aber die Schritte vorher.

 

Estrichlegen ist Qualitätsarbeit

Beispiel Suche nach Auszubildenden. Eine der zahlreichen Empfehlungen zur Nachwuchsgewinnung im Handwerk heißt bekanntlich regelmäßige Präsentation des eigenen Unternehmens in Schulen und auf Ausbildungsmessen. Prinzipiell ein richtiger Gedanke – wenn die Umsetzung entsprechend zielgerichtet und mit positiver Grundüberzeugung erfolgt. Heißt: Nicht die eingangs beschriebenen Standard-Imagefaktoren des Estrichlegerberufs weitertransportieren, sondern im Gegenteil zeigen, dass dieses Handwerk mit top-modernen und technisch anspruchsvollen Baustoffen betrieben wird und die Möglichkeit besteht, den Meistertitel zu erwerben und/oder als Bauleiter tätig zu werden. Dass dazu mehr gehört als nur ein paar dichte Gummistiefel und dass Fußbodenbau ohne Estrich nahezu undenkbar ist. Estrichleger wird damit zu einem modernen, interessanten und anspruchsvollen Beruf, der dennoch von jedem erlernt werden kann.

 

Positive Eigenschaften – besseres Image

Die ideale Ergänzung dieser Strategie zu einem besseren Image und zu neuen Mitarbeitern ist der Einsatz von Calciumsulfat-Fließestrich. Dieses Material ermöglicht dem Unternehmer auch mit kleinerem Personalbestand hohe Verlegeleistungen. Jeder einzelne Mitarbeiter wird weniger belastet als bei der Verarbeitung anderer Estriche, erst recht wenn es gilt, fehlende Personalstärke durch Mehrarbeit unter Termindruck ausgleichen zu müssen. Die geringere körperliche und zeitliche Belastung der Beschäftigten wirkt sich positiv auf den Krankenstand aus, die Ausfallzeiten sinken. Daran hat auch der ergonomische Vorteil der aufrechten Arbeitshaltung beim Fließestricheinbau seinen Anteil. Calciumsulfat-Fließestrich-Einbau kann auch von älteren Mitarbeitern noch problemlos bewerkstelligt werden.

 

Fließestrich-Vorteile demonstrieren

Das rechnet sich für den Estrich-Unternehmer beim Blick auf seine Personalkosten pro Quadratmeter, denn die sind niedriger aufgrund der höheren Verlegeleistung und der geringeren Zahl an Ausfalltagen. Der eingangs beschriebenen Bedeutung des Estrichs im Fußbodenbau entspricht das hohe Qualitätsniveau beim Calciumsulfat-Fließestrich. Werksseitig vorgemischte Produkte sichern die dauerhaft gleichen Qualitätseigenschaften. Der Unternehmer und seine Mitarbeiter können sich auf die fachgerechte Verarbeitung konzentrieren, denn um CE-Kennzeichnung, Leistungserklärung, Sicherheitsdatenblätter etc. kümmern sich die Hersteller. Sie gewährleisten eine umfassende Beratung, bei Bedarf auch direkt auf der Baustelle.

Den reibungslosen und fachgerechten Bauablauf sichern auch die technischen Vorteile von Fließestrich:

  • Kein Schüsseln und keine Randabsenkungen
  • Als Heizestrich optimal für Fußbodenheizung
  • Schneller Baufortschritt
  • Hohe Ebenheit
  • Geringe Estrichnenndicke
  • Keine Bewehrung
  • Fugenarmer Einbau
  • Gutes Trocknungsverhalten und schnelle Begehbarkeit

 

Gute Botschaften erfolgreich transportieren

Social Media kann heute wesentlich dazu beitragen, die beschriebenen Botschaften vor allem an die junge Zielgruppe zu transportieren. Die Investition in ein Film-Team, das einen professionellen Fließestrich-Einbau dokumentiert, lohnt sich. Die Kosten hierfür sind überschaubar, das Ergebnis aber immer besser als ein Self-made-Handy-Video. Junge Nachwuchskräfte sind viel leichter über YouTube, Facebook, Instagram & Co. zu erreichen als über eine Stellenanzeige in der Tagespresse. Bewegte Bilder sind viel aussagekräftiger als jeder noch so gut geschriebene Text. Auch für solche Projekte können Estrichunternehmer die Erfahrung ihrer Lieferanten nutzen.

 

Bildtexte:

Bild 1: Bei der Messung der Restfeuchte im Estrich sind Sorgfalt und Präzision gefragt.

(Foto: www.das-ist-bodenhandwerk.de – BVPF)

 

Bild 2: Ausbildungsmessen sind ein ideales Forum, um das eigene Gewerk interessant und anspruchsvoll zu präsentieren.

(Foto: Handwerkskammer Schwaben)

 

Bild 3: Calciumsulfat-Fließestrich (CAF) eignet sich perfekt für die Kombination mit einer Fußbodenheizung.

(Foto: Bernd Ducke)

 

Bild 4: Handwerk pur: Verarbeitung von Fließestrich mit der Schwabbelstange.

(Foto: Bernd Ducke)

 

Grafik

 


 

Über den VDPM

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Fließestrich-Profis tagen in Bamberg

„Innovationen, Entwicklungen, Erfahrungsaustausch“ – mit diesen Schwerpunkten startet das sechste FLIESSESTRICHFORUM am 22. Oktober 2019 in Bamberg. Veranstalter sind der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM), das Institut für Baustoffprüfung und Fußbodenforschung (IBF) und der Bundesverband Estrich und Belag (BEB).

Das Programm richtet sich an Fachhandwerker, Sachverständige, Architekten, Planer und Vertreter der Industrie. Der Branchendialog zwischen den Teilnehmern beginnt wie gewohnt schon am Vorabend (21.10.2019) bei einem gemeinsamen Abendessen.

Die Vorträge am Folgetag decken ein breites Spektrum ab – Estrichtechnik, Recht, Betriebspraxis und Digitalisierung stehen auf der Agenda. Die Technikthemen reichen vom fachgerechten Umgang mit historischem Gipsestrich über die Anwendung von Zementfließestrich, eine effektive Baustellenlogistik bis zum Vergleich zwischen Fließestrich und Zementestrich im Hinblick auf Planung und Ausschreibung. Juristische Streitfälle und Ratschläge, das Thema erfolgreiche Nachwuchsgewinnung und die Digitalisierung im Handwerk aus Sicht eines Fachunternehmers runden das Programm beim FLIESSESTRICHFORUM 2019 ab.

Weitere Informationen und das Anmeldeformular zum Download stehen unter www.vdpm.info oder www.ibf-troisdorf.de zur Verfügung.

 

 


 

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VDPM-Umweltforschungsprojekt zu beregneten Fassaden ist auf dem Weg

Welche Auswirkungen haben beregnete Fassaden-Baustoffe auf die Umwelt? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 1. Projekttreffens im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsvorhabens des VDPM und des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP am 21. Mai 2019 in Holzkirchen.

 

Pablo Vega Garcia, Doktorand

Wie nass eine Fassade bei starkem Regen werden kann, davon konnten sich die rund 30 Teilnehmer des Projekttreffens in Holzkirchen beim Blick aus dem Fenster überzeugen. Das Wetter gehörte nicht zum Programm, bildete aber die passende Kulisse für die zentrale Frage, welche Auswirkungen beregnete Fassaden-Baustoffe auf die Umwelt haben. Im Vortragsraum des Fraunhofer IBP waren Experten der projektbeteiligten Institutionen und Verbände zusammengekommen, um sich über die Ausgangslage und den Stand des Forschungsvorhabens “Entwicklung eines Modells zur Bewertung der Umwelteigenschaften üblicher Putze und Mörtel im Außenbereich” zu informieren und auszutauschen. Mit dabei waren Projektpartner und Mitglieder der VDPM Arbeitskreise Mineralische Mörtel, Pastöse Putze sowie Umwelt und Gefahrenstoffmanagement.

Dr. Hans Joachim Riechers, VDPM

Vorgestellt wurden erste Ergebnisse der Doktorarbeit von Pablo Alberto Vega García, dessen Doktorandenstelle gemeinsam vom VDPM, der TU München und dem Fraunhofer IBP finanziert wird. Pablo Vega, der in seiner Heimat Mexiko Bauingenieurwesen, später in Deutschland Umweltingenieurwesen studiert hat, referierte über die Inhalte seiner Forschung und den Stand der Modellentwicklung. Zunächst wird er die Regenmenge, die an einer Fassade tatsächlich abläuft mit Hilfe von realen Versuchsdaten quantifizieren. Anschließend entsteht ein Modell, mit dem ermittelt werden kann, welche Stoffmengen in Abhängigkeit von der Putzart aus der Fassade gelöst werden. Und in einem dritten Schritt wird dann erfasst, ob sich daraus eine Belastung des Grundwassers ergibt. Erste Computersimulationen konnte Pablo Alberto Vega García bereits vorstellen. Beeindruckend war die hohe Übereinstimmung der Rechenmodelle mit Daten aus den langjährigen Versuchsreihen.

Betreut wird die auf drei Jahre angelegte Doktorarbeit von Prof. Dr. Brigitte Helmreich vom Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft der TU München. Sie gab den Zuhörern einen kurzen Einblick in die Arbeit des Lehrstuhls und in den Prozess vom Forschungsvorhaben bis zur Promotion.

Dr. Regina Schwerd vom Fraunhofer IBP erläuterte die Erkenntnisse aus über zehn Jahren Umweltforschung, welche die Grundlage für das aktuelle Vorhaben bilden. Diese Daten fließen in das Modell ein und werden systematisch ausgewertet. “Das Thema beregneter Bauteile steht auch bei anderen Forschungsprojekten im Fokus. Bei uns geht es jedoch konkret um den Baustoff Putz und dessen Eigenschaften”, betonte Dr. Hans-Joachim Riechers, Hauptgeschäftsführer des VDPM, in seiner Begrüßung.

Alle Teilnehmer des Projekttreffens beim Fraunhofer IBP

Der Frage, welche Auswirkung beregnete Putzflächen auf die Umwelt haben, geht der VDPM in gemeinsamen Forschungsvorhaben seit mehr als zehn Jahren mit Freilandversuchen und im Labor nach. Sogar Versuchshäuser wurden gebaut, um den Einfluss realer Fassaden und deren Ausrichtung zu erfassen. Keine andere Institution verfügt über Untersuchungsdaten aus einem so langen Zeitraum. Dr. Riechers: “Am Ende erhalten wir einen Bewertungsmaßstab, mit dem wir aus einem Laborversuch die Auswirkungen eines Putzes auf die Umwelt abschätzen können. Solche Bewertungen werden in Deutschland und Europa verlangt.” Innerhalb des VDPM wird das Vorhaben vom Arbeitskreis Umwelt und Gefahrstoffmanagement unter der Leitung von Dr. Dieter Schübl und einer eigens dafür eingerichteten Expertengruppe begleitet. Dr. Hans-Joachim Riechers: “Das ist ein einzigartiges Projekt.”

Abgerundet wurde das Treffen in Holzkirchen von Vorträgen weiterer Branchenexperten, die ebenfalls mit großem Interesse verfolgt wurden. So erläuterte Brigitte Strathmann vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt), Berlin, die Anforderungen an Dächer und Außenwände bezüglich der Auswirkungen auf Boden und Gewässer in der Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB). Unter dem Titel “Umweltverträglichkeit von Beton” referierte Hans-Joachim Feuerborn vom internationalen Fachverband VGB PowerTech e.V. über die Bewertung der Umwelteigenschaften von Beton. Innovative Aufbereitungsverfahren für Bauschutt stellte zum Abschluss der Veranstaltung Dr. Severin Seifert vom Fraunhofer IBP vor.

Die einhellige Meinung der Teilnehmer nach dem Treffen lautete: “Das gemeinsame Projekt ist vorbildlich und auf einem guten Weg!” Und auch der Termin für das nächste Treffen steht bereits fest: der 5. Mai 2020.

Alle Fotos: Fraunhofer IBP / Christoph Schwitalla

Foto 1

Foto 2

Foto 3
 


 

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VDPM-Arbeitskreis Fassadendämmsysteme mit neuer Leitung

Achim Gebhart (Baumit) als Leiter und Matthias Brox (alsecco) als sein Stellvertreter sind die neue Führung des VDPM-Arbeitskreises Fassadendämmsysteme. Kay Beyen, der bisherige Leiter des Arbeitskreises, steht für diese Aufgabe aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.

VDPM-Hauptgeschäftsführer Dr. Hans-Joachim Riechers verabschiedete Kay Beyen im Rahmen der aktuellen Sitzung des Arbeitskreises und bedankte sich im Namen der Mitgliedsunternehmen für seine engagierte Arbeit in dem mit über 30 Experten besetzten Gremium.

Achim Gebhart

„Mit Achim Gebhart und Matthias Brox konnten wir die Leitung dieses wichtigen Arbeitskreises mit kompetenten Experten besetzen, die fachliches Know-how und Erfahrung in der Verbandsarbeit vorweisen können“, so Dr. Riechers. Gemeinsam stehe man vor wichtigen Aufgaben.

„Wir wollen dafür sorgen, dass Fassadendämmsysteme für Architekten und Fachunternehmer einfacher werden. In der Planung und in der Ausführung. Im Moment ist der Katalog aus Wärmeschutz, Brandschutz und den statischen Erfordernissen unübersichtlich und unterscheidet sich von System zu System“, sind sich Gebhart und Brox einig. „Deshalb arbeiten wir im Arbeitskreis und in den Brüsseler Gremien mit Hochdruck an der europäischen Normung, die wir im Übrigen sehr begrüßen.“ Aber auch der Online-Planungsatlas (www.wdvs-planungsatlas.de) und die praxisnahen Merkblätter des VDPM sollen die Anwendung der Systeme erleichtern. Die Themen „Recycling“ und „Nachhaltigkeit“ werden ebenfalls bearbeitet.

Matthias Brox

Achim Gebhart ist von der Arbeit des VDPM überzeugt: „Wir kommunizieren alle technischen Fragestellungen nach innen und außen offen. Jedes Dämmsystem hat seine Vorteile und besonderen Eigenschaften. Die nennen wir beim Namen. Der Bauherr oder Immobilienbesitzer kann sich dann entscheiden.“ „Mit unseren technisch fundierten Aussagen helfen wir ihm dabei“, ergänzt Matthias Brox, „und wir hoffen, dass nach den jüngsten Ankündigungen von Minister Horst Seehofer zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudemodernisierung nun endlich auch von der Politik die dringend notwendige Unterstützung kommt.“

Und darauf legen Gebhart und Brox besonderen Wert: „Wir brauchen als Industrieverband die Nähe der Fachunternehmer, also der Maler und Stuckateure. Die werden wir auch künftig in unsere Arbeit einbinden.“ Ebenso wichtig sei es, die vielen außerordentlichen Mitglieder des VDPM mitzunehmen. „Zum einen bekommen wir auf diese Art den erforderlichen spezifisch-technischen Sachverstand an den Tisch und zum anderen können wir anschließend mit einer Stimme sprechen. Beides ist für unsere Arbeit enorm wichtig.“

„Wir sind die Spezialisten für wärmegedämmte Fassaden“, sagt Achim Gebhart und betont: „Es gibt viele Arten einer Fassadendämmung. Wärmedämm-Verbundsysteme sind sicher die wichtigste Säule z.B. in der energetischen Gebäudemodernisierung. Aber auch hier legen wir Wert darauf, dass es eine große Vielfalt an Systemen und Dämmstoffen gibt. Wir beschäftigen uns im Arbeitskreis mit der gesamten Bandbreite.“

Matthias Brox hebt die Bedeutung der Fassadendämmung hervor. „Sie ist unverzichtbar. Moderne Energiekonzepte mit erneuerbaren Energien funktionieren nur mit einer ausreichend gedämmten Außenwand.“ Dies gelte für den Gebäudebestand genauso wie für Neubauten.

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Über den VDPM

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) repräsentiert die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen und deren Zubehör, Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich. Im Sinne seiner Mitgliedsunternehmen engagiert sich der VDPM für eine effiziente Interessenvertretung gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, sowie den Behörden und Institutionen auf deutscher und europäischer Ebene. Die Fachgremien des VDPM erarbeiten und bewerten dabei Grundlagen und Vorschläge zu Technik- und Umweltschutzthemen sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, beteiligen sich an Forschungsvorhaben und leisten erfolgreiche Presse- und Normungsarbeit. Für Planer, Architekten und Bauherren stellt der Verband eine Vielzahl herstellerneutraler Informationen zur Verfügung und ist kompetenter Ansprechpartner.

Technische Spezifikation für Wärmedämmputzmörtel vom VDPM

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) hat erstmals eine Technische Spezifikation für alle Wärmedämmputzmörtel erstellt. Nach Ablauf der bisherigen Verbandszulassung steht den Mitgliedsunternehmen somit ein nationales Dokument zum Nachweis der geforderten Eigenschaften von Wärmedämmputzmörtel insbesondere zur Wärmeleitfähigkeit und zum Brandverhalten zur Verfügung.

Die bauordnungsrechtliche Grundlage für die Technische Spezifikation bildet der Abschnitt D3 der Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (VV TB). Dort heißt es: „In Bezug auf die Wesentlichen Merkmale eines Bauproduktes, die von der der CE-Kennzeichnung zugrundeliegenden harmonisierten technischen Spezifikation erfasst sind, ist die CE-Kennzeichnung die einzige Kennzeichnung (Art. 8 Abs. 3 UAbs. 1 BauPVO). Ansonsten sind weitere freiwillige Angaben zu dem Produkt möglich. In diesem Fall ist deren Korrektheit in einer technischen Dokumentation darzulegen.“

 

Definition

Wärmedämmputzmörtel sind Putzmörtel nach DIN EN 998-1 mit einer Wärmeleitfähigkeit von   ≤ 0,2 W/(m K). Sie werden üblicherweise in einem Putzsystem bestehend aus Unterputz (Wärmedämmputz), einem Armierungsputz mit Gewebeeinlage als Zwischenlage und einem Oberputz angewendet. Die Schichtstärke des Wärmedämmputzmörtels muss mindestens 20 mm betragen.

Wärmedämmputzmörtel enthalten bislang überwiegend expandiertes Polystyrol als Leichtzuschlag. Inzwischen werden mehr und mehr auch mineralische Leichtzuschläge (z.B. Perlite, Blähglas, Calsilite, etc.) eingesetzt. Leichtzuschläge dienen dazu, die Wärmeleitfähigkeit der Wärmedämmputzmörtel zu senken bzw. umgekehrt die Dämmwirkung zu erhöhen. Neue Hochleistungsdämmputze, die unter Verwendung von sogenannten “Aerogel” hergestellt werden, weisen jedoch Wärmeleitfähigkeiten auf, mit denen die Dämmwirkung üblicher Dämmplatten sogar noch übertroffen wird [l= 0,028 W/(mžK)].

 

Anwendungsbereiche

Wärmedämmputzmörtel kommen in der Regel außen als Zusatzdämmung von wärmedämmendem Mauerwerk (Porenbeton, Ziegel) zum Einsatz; sie eignen sich zum Ausgleichen von unebenen Untergründen. Saugende Untergründe müssen in der Regel vorbehandelt (grundiert) werden, hier sind die Herstellerangaben unbedingt zu beachten.

Wärmedämmputzmörtel sind eine bauphysikalisch sichere Alternative vor allem für denkmalgeschützte Fassaden, Fachwerk, das sichtbarbleiben soll, und Fassaden mit Ausbauten, Erkern, Gesimsen und Rundungen. In der erforderlichen Dicke lassen sie sich bei entsprechender Untergrundvorbereitung auf fast alle Untergründe aufbringen. Da Wärmedämmputzsysteme diffusionsoffen sind, wird die bei Altbauten besonders wichtige Austrocknung der darunterliegenden Wände gefördert.

Zweiter wichtiger Anwendungsbereich ist die Innendämmung. Hier punkten Wärmedämmputzmörtel mit ihren diffusionsoffenen und kapillaraktiven Eigenschaften, so dass nicht zwingend eine innenseitige Dampfsperre verwendet werden muss. Wärmedämmputzmörtel eignen sich innen auch zum Dämmen von Fachwerkwänden. Einige Hersteller empfehlen im Innenbereich die Durchführung einer Tauwasserberechnung.

 

Produkteigenschaften

Das Material ist je nach Zusammensetzung nicht brennbar oder schwer entflammbar, sehr ergiebig und sehr spannungsarm. Wärmedämmputzmörtel sorgen für eine wirksame Entkopplung des Oberputzes und reduzieren damit die Anfälligkeit für Rissbildung. Mit Wärmedämmputzmörtel lassen sich fugenlose Dämmschichten herstellen, die sich allen geometrischen Formen des Untergrundes anpassen. Auftragsdicken bis 100 mm sind problemlos möglich. Bei größeren Bauvorhaben können durch die Möglichkeit maschineller Verarbeitung eine hohe Wirtschaftlichkeit und schneller Baufortschritt erzielt werden.

 

VDPM – Mitgliedsunternehmen nutzen die Technische Spezifikation

Die neue Technische Spezifikation stellt den Mitgliedsunternehmen des VDPM die erforderlichen Angaben zum Nachweis der Einhaltung von Anforderungen bereit, die sich in Deutschland aus den in den Landesbauordnungen festgelegten Grundanforderungen an Bauwerke in Bezug auf die Verwendung von Wärmedämmputzmörtel ergeben. Erfasst sind darin sowohl mineralische Wärmedämmputzmörtel wie auch solche mit EPS-Leichtzuschlag.

In der Technischen Spezifikation werden zunächst für Wärmedämmputzmörtel als Unterputz die Anforderungen hinsichtlich der Wärmeleitfähigkeit λ nach DIN 18550-1 und 2 beschrieben. Dazu sind tabellarisch Nenn- und Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit gegenübergestellt. Ein zweiter Abschnitt beschreibt die Kriterien für organische und mineralische Wärmedämmputzmörtel hinsichtlich des Brandverhaltens.

Weitere inhaltliche Schwerpunkte der Technischen Spezifikation sind die Anforderungen an das Oberputzsystem (Beschichtungssystem) auf einem Wärmedämmputzmörtel nach DIN 18550-1 und 2 und die Anforderungen an die Haftzugfestigkeit des gesamten Wärmedämmputzsystems.

Aktuell wird diese Technischen Spezifikation für 30 Wärmedämmputzmörtel, welche im Anhang aufgelistet sind, von Mitgliedsunternehmen des VDPM genutzt. Die Technische Spezifikation ist im Bedarfsfall durch den Planer oder ausführenden Fachbetrieb der zuständigen Bauaufsichtsbehörde oder den mit der Prüfung des Bauwerks beauftragten Prüfsachverständigen zur Überprüfung der bautechnischen Nachweise vorzulegen.

Die neue Technische Spezifikation ist auf der Internetseite www.vdpm.info als pdf abrufbar.

 

 


 

Über den VDPM

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) repräsentiert die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen und deren Zubehör, Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich. Im Sinne seiner Mitgliedsunternehmen engagiert sich der VDPM für eine effiziente Interessenvertretung gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, sowie den Behörden und Institutionen auf deutscher und europäischer Ebene. Die Fachgremien des VDPM erarbeiten und bewerten dabei Grundlagen und Vorschläge zu Technik- und Umweltschutzthemen sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, beteiligen sich an Forschungsvorhaben und leisten erfolgreiche Presse- und Normungsarbeit. Für Planer, Architekten und Bauherren stellt der Verband eine Vielzahl herstellerneutraler Informationen zur Verfügung und ist kompetenter Ansprechpartner.