Neues VDPM-Merkblatt: Mauerwerk mit Dünnbettmörtel

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) hat gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie und dem Bundesverband Leichtbeton das Merkblatt „Mauerwerk mit Dünnbettmörtel“ veröffentlicht.

Auf kompakten acht Seiten erfahren Praktiker alles Wichtige rund um den Einsatz von Dünnbettmörtel auf Planelementen und Plansteinen aus Leichtbeton oder Ziegel. Nach den Begriffsdefinitionen folgt der Abschnitt über die Anforderungen an Dünnbettmörtel, Mauersteine und Mauerwerk, anschließend werden die Lieferformen von Dünnbettmörtel (Werk-Trockenmörtel, Mörtelpads, Mörtel-Pellets) kurz beschrieben.

Schwerpunkt des Merkblatts sind die Ausführungshinweise, beginnend mit dem Anlegen der Ausgleichs- bzw. Kimmschicht und dem eigentlichen Mauern mit Dünnbettmörtel. Die Autoren gehen hier neben der fachgerechten Herstellung auch auf Details ein wie die Verarbeitbarkeits- und Korrigierbarkeitszeit, erläutern verschiedene Auftragstechniken und die Ausführung von Stoßfugen. Hinweise zum Arbeits- und Gesundheitsschutz runden das Merkblatt ab.

Das neue Merkblatt Mauerwerk mit Dünnbettmörtel gibt es ausschließlich als pdf zum kostenlosen Download hier.

 

Über den VDPM

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) repräsentiert die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen und deren Zubehör, Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich. Im Sinne seiner Mitgliedsunternehmen engagiert sich der VDPM für eine effiziente Interessenvertretung gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, sowie den Behörden und Institutionen auf deutscher und europäischer Ebene. Die Fachgremien des VDPM erarbeiten und bewerten dabei Grundlagen und Vorschläge zu Technik- und Umweltschutzthemen sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, beteiligen sich an Forschungsvorhaben und leisten erfolgreiche Presse- und Normungsarbeit. Für Planer, Architekten und Bauherren stellt der Verband eine Vielzahl herstellerneutraler Informationen zur Verfügung und ist kompetenter Ansprechpartner. Der VDPM ist im Mai 2017 aus einer Fusion des Industrieverbandes WerkMörtel e.V. (IWM) mit dem Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e.V. (FV WDVS) hervorgegangen.

 

Neues VDPM-Merkblatt: Calciumsulfat-Fließestrich unter keramischen Großformaten

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) hat die gemeinsam mit der Industriegruppe Estrichstoffe (IGE) im Bundesverband der Gipsindustrie herausgegebene Merkblatt-Reihe erweitert: Das neue Merkblatt 9 thematisiert Calciumsulfat-Fließestriche als Untergrund für großformatige Fliesen und Platten.

„Mit dem Merkblatt 9 setzen wir die Tradition dieser Reihe fort, in kompakter Form die wichtigsten Informationen zur Planung und zum praktischen Einsatz von Calciumsulfat-Fließestrich zu vermitteln“, erläutert VDPM-Geschäftsführerin Antje Hannig, „diesmal als Untergrund von keramischen Großformaten.“

Die Angaben im Merkblatt 9 gelten für Fliesen- und Plattengrößen ab 0,25 m². Im Trend liegen keramische Großformate derzeit generell – auch im Wohnbereich und oft im Zusammenwirken mit einer Fußbodenheizung. Daher weist das neue Merkblatt 9 zunächst nochmals auf die besondere Eignung von Fließestrichen kombiniert mit Fußbodenheizungen hin und zählt die Vorteile auf.

Die Planungshinweise behandeln in jeweils eigenen Abschnitten die sehr gute Ebenheit von Fließestrichen, die je nach Bauart erforderlichen Estrichnenndicken, die Fugen im Estrich und im Belag sowie die Erfordernisse der Konstruktion bei Feuchträumen.

Im Praxisteil zur Verlegung der Großformate auf Fließestrichen weisen die Autoren besonders auf die Notwendigkeit ausreichenden Feuchteschutzes der Estrichfläche hin. Empfohlen und beschrieben werden hierfür der Einsatz schnell trocknender Spachtelmassen und Verlegemörtel mit entsprechend minimiertem Überschusswasser oder als Alternative eine Reaktionsharz- statt einer Dispersionsgrundierung.

Eine Liste mit den wichtigsten Publikationen und Internetadressen rundet das neue Merkblatt 9 des VDPM und der IGE ab. Es steht zum kostenlosen Download bereit unter

https://vdpm.info/services/downloads/broschueren-und-merkblaetter/#estrich

und

https://www.pro-fliessestrich.de/downloads/broschueren-und-merkblaetter/

Über den VDPM

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) repräsentiert die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen und deren Zubehör, Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich. Im Sinne seiner Mitgliedsunternehmen engagiert sich der VDPM für eine effiziente Interessenvertretung gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, sowie den Behörden und Institutionen auf deutscher und europäischer Ebene. Die Fachgremien des VDPM erarbeiten und bewerten dabei Grundlagen und Vorschläge zu Technik- und Umweltschutzthemen sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, beteiligen sich an Forschungsvorhaben und leisten erfolgreiche Presse- und Normungsarbeit. Für Planer, Architekten und Bauherren stellt der Verband eine Vielzahl herstellerneutraler Informationen zur Verfügung und ist kompetenter Ansprechpartner. Der VDPM ist im Mai 2017 aus einer Fusion des Industrieverbandes WerkMörtel e.V. (IWM) mit dem Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e.V. (FV WDVS) hervorgegangen.

Presse VDPM Arbeitskreis Fassadendämmung Dezember 2017

VDPM-Arbeitskreis Fassadendämmung konstituiert sich

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) hat sehr zügig die fachliche Gremienarbeit aufgenommen. In der konstituierenden Sitzung des Arbeitskreises Fassadendämmung am 12. Dezember 2017 in Duisburg wurden wichtige Weichenstellungen für die Verbandsarbeit in diesem Bereich vorgenommen.

Der rd. 30 Mitglieder umfassende Arbeitskreis bedankte sich bei Antje Hannig, die diesen Bereich bisher im Industrieverband WerkMörtel betreut hatte. In der neuen Konstellation ist nun Ralf Pasker als zuständiger Geschäftsführer verantwortlich. „Wir sprechen jetzt mit einer Stimme. Das bringt uns nicht nur inhaltliche Synergien, sondern auch Sympathien bei unseren Zielgruppen und Branchenpartnern“, berichtet Ralf Pasker von seinen ersten Erfahrungen seit der Fusion von IWM und Fachverband WDVS im Umgang mit den maßgebenden Institutionen in Berlin und Brüssel.

Bei der konstituierenden Sitzung in Duisburg stand das Thema Europäische Normung von WDVS im Vordergrund. „Wir begleiten diesen Prozess sehr eng, nehmen zu allen Entwürfen Stellung, machen Formulierungsvorschläge und haben in einigen europäischen Gremien sogar die Federführung“, erklärt Arbeitskreisleiter Kay Beyen und bedankt sich bei den Experten aus den Mitgliedsunternehmen, die viel Zeit und Arbeit in das Projekt stecken. „Am Ende werden die auf europäischer Ebene getroffenen Regelungen auch in Deutschland gelten und die Zulassungen ablösen“, erläutert Ralf Pasker, „der Einsatz ist also in jeder Hinsicht gerechtfertigt.“

Im Arbeitskreis Fassadendämmung sind auch zahlreiche Vertreter der außerordentlichen Mitglieder aktiv. So entsteht jetzt gemeinsam mit den Handwerksverbänden der Stuckateure und Maler ein Flyer zum sicheren Entsorgen von Polystyrol, in dem die neue Rechtslage erläutert wird. Eine Broschüre zur Information von Hauseigentümern und Mietern steht ebenfalls kurz vor der Veröffentlichung. „Unser Markenzeichen ist die sachliche Information“, erklärt dazu VDPM Hauptgeschäftsführer Dr. Hans-Joachim Riechers. „Nach der Brandkatastrophe in London, an dem kein WDVS beteiligt war, gab es auch in Deutschland kritische Fragen zur Fassadendämmung, die wir beantworten müssen.“ Die Broschüre erklärt, welchen Einfluss eine Wärmedämmung auf den Brandschutz hat, welche Sicherheitsmaßnahmen die Bauordnungen vorsehen, wie sich verschiedene Bauweisen und Materialien voneinander unterscheiden und was bei Gebäuden, die schon gedämmt sind, zu beachten ist.

Das nächste Mal trifft sich der Arbeitskreis Fassadendämmung am neuen Verbandssitz in Berlin. „Der Standortwechsel von Duisburg und Baden-Baden in die Hauptstadt war unseren Mitgliedern wichtig, denn so haben wir zu allen technischen und politischen Institutionen kurze Wege und dort eine stärkere Wahrnehmung“, meint Hauptgeschäftsführer Dr. Riechers. Neue Büroräume in Berlin-Mitte habe man bereits gefunden.

Über den VDPM

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) repräsentiert die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen und deren Zubehör, Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich. Im Sinne seiner Mitgliedsunternehmen engagiert sich der VDPM für eine effiziente Interessenvertretung gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, sowie den Behörden und Institutionen auf deutscher und europäischer Ebene. Die Fachgremien des VDPM erarbeiten und bewerten dabei Grundlagen und Vorschläge zu Technik- und Umweltschutzthemen sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, beteiligen sich an Forschungsvorhaben und leisten erfolgreiche Presse- und Normungsarbeit. Für Planer, Architekten und Bauherren stellt der Verband eine Vielzahl herstellerneutraler Informationen zur Verfügung und ist kompetenter Ansprechpartner. Der VDPM ist im Mai 2017 aus einer Fusion des Industrieverbandes WerkMörtel e.V. (IWM) mit dem Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e.V. (FV WDVS) hervorgegangen.

Presse Planungsatlas

WDVS-Planungsatlas: Wärmebrückennachweis in einem Online-tool

Mehr Komfort im erweiterten Planungsatlas

Berlin – Der WDVS-Planungsatlas wurde um zwei neue Funktionen erweitert. Ab sofort besteht die Möglichkeit, eigene Details in der Wärmebrückenberechnung zu ergänzen und diese komfortabel in einem Nutzerprofil zu speichern. Zusätzlich erscheint das Onlinetool jetzt im neuen Layout des Verbands für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM).

Kompletter Nachweis in einer Software

Ein wärmebrückenfreies Konstruieren ist heutzutage unerlässlich. Bislang wurden in der Wärmebrückenberechnung des Planungsatlas nur WDVS-Details berücksichtigt. Um einen vollständigen Nachweis für das gesamte Gebäude führen zu können, lassen sich eigene Konstruktionen, die nicht an das WDVS anschließen, hinzufügen. Die manuell ergänzten Komponenten fließen in das Gesamtergebnis ein, und der Wärmebrückennachweis kann in einer Anwendung komplett erstellt werden.

Zusätzlich können registrierte Nutzer des WDVS-Planungsatlas ein eigenes Profil anlegen und die Daten der manuell eingepflegten Baukomponenten zur späteren Weiterbearbeitung speichern.

Über den WDVS-Planungsatlas

Unter www.wdvs-planungsatlas.de finden Architekten, Bauphysiker und Fachhandwerker gesicherte und produktneutrale Detaillösungen für alle relevanten Anschlusspunkte von Wärmedämm-Verbundsystemen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Bereitstellung von thermischen Daten für die Wärmebrückenberechnung. Die Auswahl sämtlicher Details erfolgt schnell und unkompliziert anhand eines Gebäudemodells oder einer Konstruktionsliste.

Presse Screenshot Neue Internetseite Www Vdpm Info

Neuer VDPM Internet-Auftritt jetzt online

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) ist seit heute mit komplett neuen Internet-Seiten im Netz präsent. https://vdpm.info – dieser moderne Auftritt stellt den neuen Verband vor und integriert die wichtigsten Inhalte der beiden Vorgängerorganisationen. Die Seiten sind klar strukturiert und benutzerfreundlich für alle Zielgruppen und Interessenten.

„Wir wenden uns mit https://vdpm.info an Architekten, Fachhandwerker, weitere Branchenbeteiligte und an Bauherren“, erläutert Geschäftsführerin Antje Hannig, „dabei kam es uns auf schnellen Zugriff, attraktive Optik, Lesefreundlichkeit und sachlich-neutrale Inhalte an.“ Die Homepage steht mit der Headline „Alles unter einem Dach“ symbolisch für den im Mai 2017 eingeläuteten Start des neuen Branchenverbandes und präsentiert neben der Kurzdefinition des VDPM die wichtigsten aktuellen Themen, Termine und Downloads zum Anklicken direkt auf der Startseite.

Der Arbeitskreis Marketing & Öffentlichkeitsarbeit im VDPM hat unter Leitung von Christian Poprawa (SG-Weber) und Bettina Heyne (Keimfarben) das Layout der neuen Homepage entwickelt. Die horizontale Menüführung ermöglicht schnelle Zugriffe auf den Verband mit seinen Mitgliedern, Verantwortlichen und Strukturen sowie zu den Technik-Sparten „Dämmsysteme“, „Putz“, „Mauermörtel“ und „Estrich“. Über die jeweiligen Untermenüs gelangt der Nutzer zu den verschiedenen Systemvarianten und Produktarten mit allen technischen Details. Kurze Texte, die sofort auf den Punkt kommen, zahlreiche Fotos und Abbildungen prägen diese Seiten; alle weiterführenden Informationen sind im direkt verlinkten Downloadbereich verfügbar.

Das übergreifende Thema „Umwelt“ lässt sich mit einem eigenen Menüpunkt ebenso schnell anklicken wie die „Services“ des VDPM – hier sind die Pressemitteilungen, Veranstaltungshinweise, Arbeitshilfen und Downloads abrufbar. Den Mitgliedern steht ein passwortgeschützter interner Bereich zur Verfügung, für die Login-Daten ist eine entsprechende Registrierung erforderlich.

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Restfeuchtegehalt ≤ 0,5 CM-% bei CAF ist marktgerecht und sicher

Die aktuell gültige Estrichnorm DIN 18560-1 (Ausgabe 11-2015) legt fest, dass beheizte und unbeheizte Calciumsulfatestriche (CAF) bereits ab einem Restfeuchtegehalt ≤ 0,5 CM-% belegreif sind. Diese Tatsache wird von Teilen der Branche in Zweifel gezogen. Belastbare Argumente oder wissenschaftliche Beweise für diese Zweifel wurden bislang aber nicht erbracht. Und im Ausland spielen derlei Bedenken überhaupt keine Rolle.

Mit dem folgenden Beitrag will der Verband für Dämmsysteme, Putz & Mörtel (VDPM) dieses Thema fachlich nochmals aufgreifen und zugleich auch aus internationaler Sicht beleuchten. Ziel ist es, der durch die Einwände gegen die Normvorgabe möglicherweise entstehenden Unsicherheit beim Planer und Verarbeiter entgegen zu wirken. Antje Hannig, zuständige Geschäftsführerin beim VDPM: „Wir haben Brancheninsider aus Industrie und Sachverständigen-Kreisen um Stellungnahmen gebeten, in die auch ihre Erfahrungen mit dem ausführenden Handwerk einfließen sollten. Das Ergebnis ist eindeutig: Der Restfeuchtegehalt ≤ 0,5 CM-% bei CAF ist international etabliert, er ist marktgerecht und sicher.“

Schnelleres Bauen mit 0,5 CM-%

Nachdem zahlreiche Hersteller in der Vergangenheit bereits Einzelfreigaben für Oberbeläge auf beheizten Estrichkonstruktionen ab 0,5 CM-% erteilt hatten, war es letztlich nur konsequent, diesen Wert auch in der DIN 18560-1 zu verankern. „Der heraufgesetzte Wert wird wahrgenommen“, hat Andres Seifert (Leiter Anwendungstechnik Bodensysteme, Knauf Gips KG) registriert, „und es wird vom Bodenleger hin und wieder angefragt, welcher Wert nun maßgebend ist. Mit der Bestätigung durch uns, dass der Heizestrich bei einer Restfeuchte von 0,5 CM-% belegt werden kann, wird der Wert in der Regel akzeptiert. Das hängt auch mit den Vorteilen zusammen: Die Erhöhung des Grenzwertes bedeutet schnelleres Bauen und weniger Reklamationen aufgrund Bauzeitverlängerung.“ Das bestätigt Michael Witte, Global Marketing Director Anhydrite bei der Lanxess Deutschland GmbH: „Unter Baustellenbedingungen (hohe relative Luftfeuchtigkeiten / schlechte Lüftungsbedingungen) wird oftmals viel Zeit für die Trocknung des Estrichs von 0,5 CM-%  bis auf 0,3 CM-% benötigt  . Baustellenabläufe können deutlich verkürzt werden, wenn der Grenzwert von ≤ 0,5 CM-% konsequent angewendet wird.“

Empfehlungen nach Norm sind nicht neu

Entsprechend lauten die Empfehlungen der Hersteller, z.B. in den jeweiligen Technischen Merkblättern. Hartmut Lange, Vertriebsleiter Mitte der Franken Maxit: „Als einer der wenigen Anbieter kompletter Bodensysteme vom Estrich bis zum Belagsklebstoff können wir einen objektiven Blickwinkel zu diesem Thema einnehmen. Wir sehen keinerlei Problem darin, dass aus unseren Mörteln erstellte Calciumsulfatestriche bei Restfeuchten von ≤ 0,5 CM-% belegt werden. Genauso wenig haben wir Bedenken, wenn Verlegewerkstoffe aus unserem Haus auf Wettbewerbs-Calciumsulfatestrichen mit dieser Restfeuchte eingesetzt werden.“ Diese Empfehlungen sind prinzipiell nicht neu und gelten auch nicht erst seit Inkrafttreten der aktuellen DIN 18560. Michael Witte: „Bereits seit 1995 haben wir in unseren Produktunterlagen den Grenzwert von 0,5 CM-% angegeben, wenn Lanxess Calciumsulfatbinder in Kombination mit Lanxess-Estrichzusatzmitteln eingesetzt werden.“ Witte verweist beim Blick in die Historie auf eine Untersuchung des Instituts für Baustoffprüfung und Fußbodenforschung (IBF), die 1985 auf der Basis einer Vielzahl von Untersuchungen zu dem Ergebnis kam, dass CAF vor einer Bodenbelagsverlegung eine Restfeuchte von ≤ 0,5 CM-% erreicht haben sollten. Dieser Grenzwert wurde seitens der Calciumsulfatindustrie übernommen und auch in der damaligen Fußbodenheizungsnorm DIN 4725 festgeschrieben. „Der Verschärfung des Belegreif-Grenzwertes für beheizte CAF von 0,5 CM-% auf 0,3 CM-% im Jahre 1995 haben wir aus heutiger Sicht nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt“, meint Michael Witte heute, „wir hätten dieser Verschiebung der Grenzwerte (ohne jegliche wissenschaftliche Untersuchung!) niemals zustimmen dürfen!“

Handwerk hat kein Problem mit 0,5 CM-%

Andres Seifert berichtet von erfolgreichen Tests bei Knauf: „Es wurden Versuche an CAF-Heizestrichen durchgeführt, bei denen der Einfluss der eingesperrten Feuchtigkeit bei einer Restfeuchte von 1,2 – 1,4 % (!) auf die Festigkeit der Estrichoberfläche geprüft wurde. Der feuchte Estrich wurde an der Oberfläche abgesperrt und mit Parkett belegt. Ein Schaden entstand nicht und die Oberflächenfestigkeit des Estrichs war trotz der hohen Feuchtigkeit ausreichend.“ Hartmut Lange verweist auf Versuche im eigenen Haus, die über Jahre hinweg erfolgt sind und zu dem eindeutigen Schluss führen: „Wir geben bei allen normal trocknenden CAF die Belegreife bei einer Restfeuchte von ≤ 0,5 CM-% an.“

Die von den Kritikern dieses Wertes ins Feld geführte Ablehnung seitens des Handwerks können die Industrie-Experten nicht erkennen: „Unsere Estrich-Fachunternehmen stehen der Änderung in der Norm auf 0,5 CM-% absolut positiv gegenüber, genauso wie deren Auftraggeber“, erklärt Hartmut Lange und Michael Witte ergänzt: „Die Entschärfung des Belegreif-Grenzwertes von 0,3 CM-% auf 0,5 CM-% in der Norm wurde von unseren Estrichunternehmern sehr positiv aufgenommen.“

Aktuelle Bauvorhaben

Und natürlich wird nach diesen Vorgaben auch gebaut. Aktuell fertig gestellte Bauvorhaben, bei denen Oberbeläge auf CAF mit einer Restfeuchte von 0,5 CM-% verlegt wurden, sind u.a. vier Schulen in München mit einer Gesamtestrichfläche von 25.000 m². Die Maßnahmen fanden im Frühjahr 2017 statt an der

  • Grundschule Ruth-Drexel-Straße,
  • Grundschule Quartierszentrum Bodenseestraße München-Freiham,
  • Grundschule Aubinger Allee,
  • Grundschule Bauhausplatz

Weitere Objekte wurden im Bereich Wohnungsbau in Schierling (MFH, 450 m², Mai 2017) und in Laberweinting (MFH, 450 m², August 2017), im Bereich Gewerbe und Industrie in Hohenbrunn (Verwaltung und Produktionsgebäude, 1200 m², August 2017) und in Friedberg (Ausstellungsräume und Besucherzentrum, 3000 m², Februar 2017) fertig gestellt.

Schweiz wird Werte anpassen

Was in Deutschland Gegenstand von Diskussionen unter Experten ist, sieht man im angrenzenden Ausland schon sehr lange sehr viel entspannter. Das wurde beim

FLIESSESTRICHFORUM 2017 Ende Oktober in Stimpfach deutlich, das der VDPM, das IBF sowie der Bundesverband Estrich und Belag (BEB) gemeinsam veranstalteten. Referent Bernhard Lysser – ISP-Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkett- Industrie, Heimberg (CH), vertrat dort die Ansicht, vor allem die Praxis auf den Baustellen hätte gezeigt, dass sich mit dem in der Norm fixierten Restfeuchtegehalt ≤ 0,5 CM-% problemlos und schadenfrei arbeiten lasse. „In der Schweiz lagen die Werte früher bei 0,8 (unbeheizt) und 0,5 CM-% (beheizt), das funktionierte ohne Probleme und man könnte heute ohne Weiteres zu diesen Werten zurückkehren“, erklärte Bernhard Lysser. Die Anpassung in der Schweiz auf den Status der DIN 18560 mit jeweils 0,5 CM-% sei „nur noch eine Frage der Zeit“, so der Sachverständige.

In Österreich spielt 0,3 CM-% Wert keine Rolle

Diesen Schritt ist man in Österreich schon längst gegangen. Bis 1998 galt hier ein Restfeuchtegehalt von ≤ 0,6 CM-%. In einer gemeinsamen Initiative der Arbeitsgemeinschaft Estrich im Fachverband Steine & Keramik, mehrerer Bundesinnungen und Vertretern der Fachverbände der chemischen Industrie und der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker wurde dann die „Planungs- und Ausführungsrichtlinie Fließestriche“ erarbeitet und im Laufe der letzten Jahre immer wieder aktualisiert, zuletzt 2017 (5. Auflage). Johann Geyer, Sachverständiger aus Ober-Grafendorf, hat an dieser Richtlinie mitgewirkt: „Sie fixiert belagsübergreifend für unbeheizte und beheizte CAF die 0,5 CM-%. Der 0,3 CM-% Wert spielt in Österreich für CAF keine Rolle!“ Johann Geyer ist die in Deutschland geführte Diskussion fremd; man habe in Österreich wirklich alle Beteiligten in die Erarbeitung der Richtlinie einbezogen und im Aktualisierungsprozess etwaige Unstimmigkeiten klären können. „Das ist für die Planung und das ausführende Handwerk bei uns ein verbindlicher Maßstab, an den sich alle halten müssen.“ Fließestrich hat nach seinen Angaben in Österreich einen Marktanteil von ca. 10 bis 12 Prozent, Schäden bei nach Richtlinie ausgeführten Bauvorhaben sind ihm nicht bekannt.

Frankreich hat sich schon lange festgelegt

Frank Geisler ist bei der Knauf Gips KG für den Export von Fließestrichcompound nach Frankreich verantwortlich und kennt den Markt dort sehr gut. Die Diskussion über die Grenzwerterhöhung zur Belegreife von CAF hat nach seiner Einschätzung für Frankreich keine Bedeutung: „In Frankreich gilt seit Jahrzehnten ein Grenzwert von 0,5 CM-% bzw. für manche Anwendungen sogar 1 %. Diese Werte werden von der CSTB (Centre Scientific et Technique du Batiment) vorgegeben. Die CSTB ist eine staatliche Einrichtung, die für Baustoffe und deren Anwendungen Vorgaben erstellt, damit keine Schäden am Bauwerk entstehen. Die Vorschriften für die Anwendung von allen CAF ist in der CPT (Cahier des Prescriptions Techniques d’exécution) 3578 V3 verankert. Zu beachten ist hierbei der Abschnitt 9.1, sowie nachfolgende Tabelle.

 

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Diese Vorgaben sind gesetzlich bindend. Da diese Werte schon seit vielen Jahren in Frankreich Gültigkeit besitzen, also offenbar kein Änderungsbedarf besteht, ist davon auszugehen, dass auch kein Schadenspotenzial dadurch besteht. Auch uns und unseren Kunden sind keine Schäden bekannt, die auf die Belegreifgrenzwerte nach CSTB zurückzuführen wären.“

Michael Witte hat bezogen auf den französischen Markt ein ganz besonderes Phänomen ausgemacht: „Es gibt Hersteller von Verlegewerkstoffen welche in Deutschland einen Grenzwert von 0,3 CM-% fordern, wohingegen sie für die gleichen Produkte in Frankreich einen Grenzwert von 0,5 CM-% angeben.. Scheinbar funktioniert die Bauphysik in Frankreich anders als in Deutschland!“

Eine positive Baustellen-Bilanz wie in der Schweiz, in Österreich und in Frankreich ist auch in Deutschland zu verzeichnen. Hartmut Lange erläutert: „Schon in der Zeit vor Inkrafttreten der überarbeiteten Norm wurden objektbezogen Estriche mit Restfeuchten von ≤ 0,5 CM-% zur Belegung freigegeben. Bei unserer Tochtergesellschaft in Tschechien, wo schon seit vielen Jahren der nun auch in Deutschland gültige Wert für die maximale Restfeuchte gilt, hat es nie dahingehende Reklamationen gegeben.“

Bislang keine Schäden dokumentiert

Michael Witte spricht für VDPM und IGE: „Seit fast 2 Jahren warten wir darauf, dass seitens der Bodenbelagsbranche Estrichschäden gesammelt und vorgetragen werden, die ursächlich darauf zurückzuführen sind, dass bei der Belagsverlegung eine Restfeuchte von ca. 0,5 CM-% vorlag. Über diese Schäden soll dann ein Expertenteam (TKB, VDPM & IGE) im Detail diskutieren. Bislang wurde aber kein einziger Schaden gemeldet!“ Bezogen auf seinen Arbeitgeber erläutert er, dass dort seit 1985 bis heute ebenfalls kein einziger Schadensfall bekannt geworden ist, der ursächlich darauf zurückzuführen wäre, dass bei der Belagsverlegung eine Restfeucht von ca. 0,5 CM-% vorlag. „Vor dem Hintergrund, dass jährlich mehr als 5 Mio. Quadratmeter Estrich auf Basis von Lanxess Calciumsulfatbinder hergestellt werden, ist diese Aussage sicherlich bedeutsam“, so Michael Witte.

Andres Seifert erinnert daran, dass vor ca. 18 Monaten auch der Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik (ZVPF), einer der Hauptkritiker des 0,5 CM-% Wertes, aufgefordert wurde, durch diesen Wert verursachte Schäden vorzulegen, was bisher noch nicht erfolgt sei. Seifert selbst hatte auf dem ZVPF-Sachverständigentag 2016 für die Berechtigung des höheren Grenzwertes damit argumentiert, dass das Schadenspotenzial selbst bei dem höheren Wert von 0,5 CM-% CAF deutlich unter dem liegt, als wenn ein Ze-mentestrich mit einem für ihn niedrigen Wert von 1,8 CM-% (auch DIN-Wert) belegt wird. „Dieser Argumentation konnte kein vernünftiges Gegenargument entgegengestellt werden, aber akzeptiert wurde diese Darstellung auch nicht“, erinnert sich Andres Seifert.

 

Die Kritik von Teilen der Branche ist für Michael Witte auch darauf zurückzuführen, dass vor der Normänderung nicht ausreichend miteinander gesprochen wurde: „Einige Gewerke und Hersteller von Verlegewerkstoffen fühlen sich übergangen und verlangen jetzt für Deutschland wieder die alten, angeblich ‚bewährten‘ CM-Grenzwerte.“ Tatsächlich aber hat sich der Grenzwert von 0,5 CM-% seit Jahrzehnten in Deutschland und im europäischen Ausland bewährt.

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Mit Fließestrich am Hockenheimring durchstarten

Mit Geschwindigkeit kennt sich Volker Weißer, Estrichlegermeister und Geschäftsführer der Fußboden-Bau-Weißer aus Hardt (Schwarzwald-Baar Kreis), bestens aus. Er ist der strahlende Sieger des Gewinnspiels der Kampagne „Pro-Fließestrich“ auf der EPF Fachmesse im Sommer in Feuchtwangen.

 

„Fließestrich – auf gutem Grund“ – mit dieser Kampagne setzten der VDPM und die Industriegruppe Estrichstoffe im Bundesverband der Gipsindustrie (IGE) den Fließestrich aufmerksamkeitsstark in Szene. Schnelligkeit, eines der Hauptmerkmale des Fließestrichs, wurde auch im Gewinnspiel thematisiert: „Auf schnellem Grund“. Als Hauptpreis winkte die Fahrt in einem Renntaxi auf dem Hockenheimring – ein ganzes Wochenende! Für den begeisterten Motorsportfan Weißer war sofort klar, sein Glück zu versuchen – mit Erfolg. „Schnelligkeit liegt mir im Blut“, sagt er und spielt dabei auch auf den schnellen Einbau und die rasche Festigkeitsentwicklung bei Fließestrich auf seinen Baustellen an.

 

Michael Brunn, Arbeitskreisleiter im Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM), und Andres Seifert, Vertreter der Industriegruppe Estrichstoffe IGE im BV Gips, besuchten den glücklichen Gewinner und überreichten den Preis. Dabei betonten die beiden Verbandsvertreter, die Kampagne künftig auszuweiten. Mit dem Gewinnspiel möchte man das Image von Fließestrichen weiter verbessern und die Vorteile sowohl für Verarbeiter als auch den Bauherren künftig noch deutlicher herausstellen. Erfolge sind schon jetzt sichtbar: Die Marktzahlen von Fließestrichen auf Calciumsulfat-Basis zeigen ein stetiges Wachstum. Ein Grund mehr, um den Baustoff mit solchen Aktionen auch weiterhin öffentlichkeitswirksam zu präsentieren.

 

 

 

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4. FLIESSESTRICHFORUM 2017 – Branchenevent auf Top-Niveau

Das FLIESSESTRICHFORUM hat seinen Stellenwert als technisches und kommunikatives Branchenereignis weiter erhöht. Die vierte Auflage am 24.10.2017 in Stimpfach-Rechenberg war „ausgebucht“ und setzte durch ein anspruchsvolles Vortragsprogramm wesentliche Akzente mit hohem inhaltlichem Nutzeffekt.

 

Veranstaltet wird das FLIESSESTRICHFORUM vom Verband für Dämmsysteme, Putz & Mörtel (VDPM), dem Institut für Baustoffprüfung und Fußbodenforschung (IBF) und dem Bundesverband Estrich und Belag (BEB). Das Fachpublikum aus Vertretern des Handwerks, der Industrie, aus Sachverständigenkreisen und Ingenieurbüros erlebte ein ebenso vielfältiges wie technisch anspruchsvolles Programm, daneben kam aber auch der fachliche Austausch im Kolleg(inn)enkreis nicht zu kurz.

 

Nach der Begrüßung durch Antje Hannig (Geschäftsführerin im VDPM) und Bernfried Hansel (Obmann des BEB-Arbeitskreises Calciumsulfatestrich) überraschte Martin Langen (B+L Marktdaten GmbH) mit der Prognose sinkender Nachfrage nach Wohnraum in den Städten („nicht mehr bezahlbar für viele“) und der Gefahr von Überkapazitäten in den Metropolen durch zu viele und zu große MFH-Neubauprojekte. Für die Branche kritisch sei der Trend sinkender Baugenehmigungen bei Ein- und Zweifamilienhäusern mit ihrer im Schnitt höheren Estrichfläche als im Geschosswohnungsbau. Für problematisch hält der Marktforscher auch die personellen Engpässe durch Fachkräftemangel und die dadurch bedingte niedrigere Realisierungsquote bei Bauvorhaben.

 

Grundlagen und Kenngrößen der Bauakustik und des Trittschalls erläuterte Jan Mörchel (Knauf Gips KG) als Einstieg in seinen Vortrag zum Trittschallschutz im Massivbau nach DIN 4109:2016. Rechenverfahren zur Ermittlung der Trittschalldämmung von Estrichen auf der Rohdecke wurden ebenso anschaulich erläutert wie die Bedeutung der Kriterien dynamische Steifigkeit und flächenbezogene Masse bei unterschiedlichen Trittschall-Dämmstoffen. Anhand von praktischen Vorführungen erklärte er die komplexe Thematik des Trittschalls sehr anschaulich und begeisterte das Publikum.

 

„Welche Anforderungen können auf Estriche zukommen, wenn es um die Innenraumluftqualität geht?“ – Dieser Frage ging Dr. Christian Scherer (Fraunhofer-Institut für Bauphysik) nach und berichtete über verschiedene Testreihen zu VOC-Emissionen unterschiedlicher Estrichrezepturen. Speziell fixierte Anforderungen zu bestimmten Stoffen gebe es derzeit nicht; wenn sich das ändern sollte, könnten diese von sehr vielen marktgängigen Estrichen eingehalten werden, so Dr. Scherer.

 

Die seit Juli 2017 gültige Verordnung zur Entsorgung von EPS-Baustellenabfällen, insbesondere von HBCD-haltigem Material aus dem Bestand, stellte Ulrich Meier (Geschäftsführer des Industrieverbandes Hartschaum IVH) vor. Er sprach von einem zuvor „unnötig durch die Politik herbeigeführten Entsorgungsnotstand“, der dank der konsequenten Arbeit der eigens gegründeten „Aktionsgemeinschaft für eine sichere und fachgerechte Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoff-Abfällen (AG EHDA)“ mit der jetzigen Verordnung vorläufig beendet werden konnte. Ulrich Meier gab den zahlreich anwesenden Estrichlegern konkrete Empfehlungen zur Entsorgung, u.a. auch zum Umgang mit den Müllverbrennungsanlagen. Den geplanten Weg der Branche weg von der thermischen hin zur stofflichen Verwertung schilderte Meier anhand des CreaSolv-Verfahrens, mit dem ab 2018 zunächst in einer Pilotanlage neue Wege beim EPS-Recycling beschritten werden.

 

Dass und warum die Haftzugfestigkeit ein Qualitätsmerkmal bei Fließestrichen darstellt, erläuterte Dr. Roland Augustin (Institut für Baustoffprüfung und Fußbodenforschung IBF). Auch von ihm gab es für die Praktiker im Saal konkrete Empfehlungen, etwa Estrich-Eigenschaften wie Haftzugfestigkeit und Oberflächenzugfestigkeit vor der Belagsverlegung mit den bewährten Verfahren zu prüfen und ggf. eine Probeverklebung des Oberbelags vorzunehmen. Dr. Augustin verwies in diesem Zusammenhang auf das noch für 2017 geplante neue BEB-Merkblatt „Oberflächenzug- und Haftzugfestigkeit von Fußböden“ als weiterführende Fachlektüre.

 

Heinz-Dieter Altmann (Sachverständigenbüro Altmann Erfurt) stellte in seinem Systemvergleich Eigenschaften und Ansprüche an Schnellestriche gegenüber, und zwar anhand der Kriterien Verarbeitbarkeit, Festigkeit, Austrocknung und Dauerfestigkeit. Der umfassenden Analyse der stofflichen Möglichkeiten folgten im Vortrag Hinweise auf mögliche Fehlerquellen beim Einsatz (Koordinierungsprobleme, Verarbeitungsmängel). Architekt und Bauleitung seien verpflichtet, die Abstimmung zwischen den Gewerken in der Ausführung vorzunehmen, nicht überall aber sei die notwendige Sachkenntnis hierfür vorhanden, so Heinz-Dieter Altmann. Zur Preisgestaltung äußerte der Sachverständige klar: „Wer Express fahren will, muss Zuschlag bezahlen…!“

 

In der Frage „Parkett auf Fließestrich – möglich oder nicht?“ bezog Bernhard Lysser (Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkettindustrie ISP) deutlich Stellung: „Hier sind die Parkettdetails eher das Problem als der Estrich!“ Über die verschiedenen Holz- und Parketteigenschaften kam Lysser auf die Estrichanforderungen für die jeweiligen Verlegearten beim Parkett. Auch das Thema Restfeuchte bei Calciumsulfat-Fließestrichen wurde beleuchtet – hier verwies Lysser auf die früher in der Schweiz geltenden Werte 0,8 / 0,5 CM-% (unbeheizt – beheizt), mit denen es „nie ein Problem gab.“ Dass die Schweiz von den derzeit noch existierenden 0,5 / 0,3-CM-% auf die in der DIN 18560-1 fixierten 0,5 / 0,5 CM-% umschwenke, sei „nur noch eine Frage der Zeit.“ Entscheidend ist letztlich allerdings für den Verarbeiter, was der Estrichhersteller in seinen Empfehlungen vorgibt, so Bernhard Lysser.

 

In seinem Statement zum Abschluss des FLIESSESTRICHFORUMs betonte Dr. Roland Augustin nochmal das Qualitätsniveau der Tagungsinhalte und den hohen Aufmerksamkeitsgrad bei den Teilnehmern, die sich in den Pausen intensiv dem Fachdialog untereinander widmeten. Das 5. FLIESSESTRICHFORUM findet am 23. Oktober 2018 im Kloster Haydau in Morschen statt.

 

 

Bildtexte:

Bild 1: Antje Hannig und Bernfried Hansel bei der Begrüßung zum 4. FLIESS­ESTRICHFORUM

Bild 2: Über 100 Teilnehmer erlebten ein abwechslungsreiches und technisch anspruchsvolles Vortragsprogramm

Bild 3: Jan Mörchel demonstrierte Details zu Trittschalldämmung

Bild 4: Dr. Roland Augustin und Heinz-Dieter Altmann (v.l.) beantworteten Fragen aus dem Publikum

Bild 5: Ulrich Meier gab Empfehlungen zur Entsorgung von EPS Dämmstoffen

Bild 6: Dr. Christian Scherer referierte zum Thema Estriche und Innenraumluftqualität

Bild 7: Bernhard Lysser hat mit Parkettverlegung auf Estrich keine Probleme

Alle Bilder: VDPM

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IWM und FV WDVS fusionieren zum „Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM)“

Ein eindeutigeres Votum kann es nicht geben: In getrennten Versammlungen stimmten die Mitglieder des Industrieverbandes WerkMörtel e.V. (IWM) und des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme e.V. (FV WDVS) am 18. Mai 2017 in Bad Brückenau jeweils einstimmig für die Fusion zum neuen Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM). „Ein starkes Signal – nach innen wie nach außen“, hieß es anschließend unisono bei allen Beteiligten, man könne nun „mit einer Stimme sprechen“.

 

Das Staatsbad Brückenau bildete eine würdige Kulisse für diesen historischen Tag. „Ärmel hoch – Fusion jetzt!“ lautete das offensive Motto der Veranstaltung, zu der rund 150 Vertreter aus den Mitgliedsunternehmen beider Verbände angereist waren.

 

Begonnen hatte der Fusionsprozess mit einem ersten gemeinsamen Vorstandstreffen im Mai 2016. Bereits diese initiale Sitzung fand in einem kollegialen Miteinander statt, getragen von der Überzeugung, dass „Aus zwei mach eins“ im Sinne aller Mitglieder die richtige Vorgehensweise darstellt. Im November 2016 erhielten die Vorstände beider Verbände von den Mitgliederversammlungen den Auftrag, die Fusion strukturell, inhaltlich und juristisch vorzubereiten. Verlauf und Ergebnis der Fusions-Tagung in Bad Brückenau bestätigen die Professionalität dieser Vorbereitung, deren wesentliche Kennzeichen Dialog, Transparenz und Information waren.

 

Christoph Dorn und Rüdiger Lugert, die Vorsitzenden beider Verbände, erläuterten vor den Mitgliedern die entscheidenden Vorteile des Zusammengehens: Die Bündelung von Know-how, eine höhere Effizienz in den Gremien durch Vermeiden von Doppelarbeit, gezielterer Einsatz der Experten aus den Unternehmen, eine breitere Außenwirkung, mehr Schlagkraft in Richtung Politik und eine Optimierung der Beitragssituation für die Unternehmen stehen hierbei im Vordergrund. Klare Vorteile, die überzeugten: Die Mitgliederversammlung des IWM votierte einstimmig für den Verschmelzungsvertrag, die neue Satzung samt Beitragsordnung und die Haushaltsplanung für den neuen Verband. 100 % Zustimmung gab es anschließend dann auch durch die Mitglieder des FV WDVS.

 

In der ersten, direkt an die Abstimmung anschließenden Mitgliederversammlung des VDPM e.V. wurde Berlin als künftiger Verbandssitz bekanntgegeben, der Umzug dorthin soll bis Ende 2018 realisiert sein. Die Wahl eines Vorstandes kann erst nach Eintrag des VDPM e.V. ins Vereinsregister erfolgen; man rechnet hierfür mit einer Frist von ca. acht Wochen. Am 14. September 2017 sollen dann auf der ersten ordentlichen Mitgliederversammlung der zwölfköpfige Vorstand gewählt und die Ressorts besetzt werden. Bis dahin arbeitet ein Leitungsgremium bestehend aus den bisherigen Vorständen beider alten Verbände weiter an den Details der nun verabschiedeten Fusion. Hauptgeschäftsführer des VDPM wird Dr. Hans-Joachim Riechers, ihm zur Seite stehen die Geschäftsführer Ralf Pasker (Technik Dämmsysteme und Europa) und Antje Hannig (Technik Putz und Mörtel).